Arndt verteidigt EM-Titel im Viererbob

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Maximilian Arndt gewann mit seiner Crew in Innsbruck den EM-Titel.

Innsbruck - Der Oberhofer Maximilian Arndt hat seinen Europameister-Titel im Viererbob verteidigt. Ein weiterer Deutscher schaffte es auch auf das Podest.

Mit sieben von neun möglichen EM-Medaillen im Gepäck ist das deutsche Bobteam am Sonntag in den WM-Ort St. Moritz gereist. Stunden zuvor hatte der Oberhofer Maximilian Arndt in Innsbruck/Igls seinen Europameister-Titel im Viererbob verteidigt. Nach zwei Läufen hatte er mit seiner Crew Marko Hübenbecker, Alexander Rödiger und Martin Putze beim parallel ausgetragenen Weltcup-Rennen 0,16 Sekunden Vorsprung vor Zweierbob-Europameister Beat Hefti aus der Schweiz. Auf Gesamt- und EM-Rang drei kam Thomas Florschütz aus Riesa mit Andreas Bredau, Kevin Kuske und Thomas Blaschek. Manuel Machata vom SC Potsdam landete in beiden Wertungen auf Rang sechs.

„Gerade auf dieser Bahn in Innsbruck war der Erfolg nicht so zu erwarten, doch er ist eine Bestätigung für die Entwicklung in den letzten Wochen“, sagte Cheftrainer Christoph Langen. Bei Arndts Crew entlud sich die Anspannung im Ziel mit lauten Schreien. „Wir sind glücklich über den erneuten Titel und können jetzt selbstbewusst in die WM gehen, wir sind bereit“, sagte Arndt, der vor dem letzten Weltcup Mitte Februar in Sotschi die Führung im Gesamt-Weltcup vor dem Russen Alexander Subkow übernommen hat.

Der überaus ehrgeizige Florschütz war nicht zufrieden: „Wir hatten uns nach dem ersten Lauf mit nur einer Hundertstel Rückstand natürlich mehr erhofft. Im zweiten Lauf haben wir einen auf den Sack bekommen, obwohl wir uns nichts vorwerfen können. Aber vielleicht klappt es ja bei der WM mit dem Sieg“, sagte Florschütz, der im kleinen Schlitten die Titelverteidigung verpasste. Mit seinem Anschieber Kevin Kuske hatte er 0,10 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Hefti. Junioren-Weltmeister Francesco Friedrich aus Oberbärenburg kam mit Jannis Bäcker auf Weltcup- und EM-Rang drei. „Die gesamte Weltspitze war am Start, daher bin ich total zufrieden“, sagte Friedrich, der seine erste internationale Medaille holte.

Nach zweijähriger Durststrecke hatte Sandra Kiriasis zuvor mit Franziska Bertels mal wieder einen Weltcup gewonnen und dabei die überragende Weltmeisterin und Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus Kanada mit einer Hundertstel Vorsprung geschlagen. „Der Sieg auf dieser Bahn ist unheimlich wichtig für den Kopf“, meinte Kiriasis, die ihren sechsten EM-Titel gewann. Beim deutschen Dreifach-Erfolg überzeugten auch die EM-Zweite Anja Schneiderheinze mit Anschieberin Lisette Thöne sowie Titelverteidigerin Cathleen Martini aus Oberbärenburg, die mit Stephanie Schneider auf Gesamt-Rang sechs landete. Diese Formationen sind bereits für die WM gesetzt, bei den Männern wird es laut Langen noch einige Veränderungen in den Besetzungen geben

Fragezeichen gibt es plötzlich im Skeleton, wo es keine Medaille gab. Anja Huber aus Berchtesgaden wurde EM-Vierte, Frank Rommel aus Eisenach fuhr nur auf EM-Platz fünf. Der WM-Zweite hatte 1,97 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Letten Martins Dukurs, der zum vierten Mal hintereinander die EM gewann und mit seinem Sieg auch vorzeitig Gesamt-Weltcupsieger wurde. Die Kristallkugel gewann er ebenfalls zum vierten Mal hintereinander und ist nun einziger Anwärter auf den 100 000-Euro-Jackpot des Weltverbandes, sollte er nach den Siegen in Königssee und Innsbruck auch das letzte Weltcup-Rennen Mitte Februar in Sotschi gewinnen.

dpa

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