Nach Doping-Beichte

Will Armstrong jetzt gegen Mitwisser aussagen?

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Lance Armstrong hat endlich gebeichtet, gedopt zu haben.

New York - Der ehemalige US-Radprofi Lance Armstrong will nach seinem Doping-Geständnis laut einem Medienbericht auch gegen mächtige Mitwisser aussagen.

Nach seinem Doping-Geständnis wolle der 41-Jährige bezeugen, dass Funktionäre des Radsport-Weltverbands UCI über seinen Gebrauch leistungssteigernder Mittel wussten und diesen möglicherweise unterstützten. Dies schrieb die „New York Times“ am Montag (Ortszeit) auf ihrer Internetseite unter Berufung auf mehrere Quellen. Armstrong wolle allerdings nicht gegen andere Fahrer aussagen.

Er sei zudem in Diskussionen mit dem amerikanischen Justizministerium, in einem Gerichtsverfahren als Zeuge gegen verschiedene Besitzer von Rennställen zu agieren. Zuvor hatte Armstrong nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP und der Zeitung „USA Today“ in einem Interview mit Star-Moderatorin Oprah Winfrey erstmals Dopinggebrauch während seiner Karriere gebeichtet.

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Bislang hatte Armstrong Dopingmissbrauch stets bestritten. Die US-Anti-Doping-Agentur USADA konnte ihm aufgrund von Zeugenaussagen ehemaliger Teamkollegen jedoch nachweisen, illegale Substanzen genommen und vertrieben zu haben. Der Amerikaner verlor daraufhin seine sieben Tour-de-France-Titel und wurde lebenslang gesperrt.

Erste Schadenersatz-Forderungen

Der Radsport-Weltverband UCI hatte im Oktober alle Armstrong-Ergebnisse von August 1998 an im Nachhinein gestrichen und ihn lebenslang gesperrt. Ihm drohen nun Schadensersatzklagen und wegen Meineids sogar eine Gefängnisstrafe. So fordert bereits der australische Bundesstaat South Australia Schadenersatz in Millionenhöhe. Premierminister Jay Weatherill kündigte an, mehrere Millionen Dollar Antrittsgage zurückverlangen zu wollen, die der 41-Jährige für seine Teilnahme am Radrennen Tour Down Under in drei Jahren kassiert habe.

dpa

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