Immer mehr Sponsoren kündigen Verträge

Armstrong droht der finanzielle Ruin

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Lance Armstrong stehen mehrere Millionenklagen ins Haus

Berlin - Der historische Absturz von Lance Armstrong geht in rasantem Tempo weiter. Immer mehr Sponsoren wenden sich von dem Ex-Radprofi ab. Nun droht ihm wegen Millionenklagen der finanzielle Ruin.

Immer mehr Sponsoren wenden sich von Ex-Radprofi Lance Armstrong ab: Nach dem Sportartikel-Konzern Nike und der Brauerei Anheuser-Busch haben auch der Fahrradbauer Trek sowie die Fitnessstudio-Kette 24 Hour Fitness ihre Verträge mit dem früheren Superstar beendet. Der Amerikaner betrieb laut einem umfangreichen Bericht der US-Anti-Doping-Agentur USADA jahrelang systematisches Doping, handelte mit verbotenen Substanzen und zwang seine Teamkollegen zum Dopen. Armstrong bestreitet die Vorwürfe.

„Trek ist enttäuscht von den Erkenntnissen des USADA-Berichts über Lance Armstrong“, teilte das Unternehmen am Mittwochabend (Ortszeit) mit. 24 Hour Fitness schrieb auf der firmeneigenen Facebook-Seite, die jüngsten Beweise um die Doping-Vergangenheit des Texaners seien mit den Werten des Unternehmens nicht in Einklang zu bringen.

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Wie US-Medien berichteten, entschieden sich darüber hinaus auch die Energy-Drink-Marke FRS sowie Honey Stinger, ein Produzent von Energie- und Fruchtriegeln, ihre Zusammenarbeit mit Armstrong zu beenden. Der Sonnenbrillenhersteller Oakley überprüft derzeit seinen Sponsorenvertrag mit dem 41-Jährigen.

Unterdessen geht der historische Absturz von Armstrong in rasantem Tempo weiter. Auch finanziell droht dem Ex-Tour-de-France-Star der Ruin. Denn neben den wegbrechenden Sponsorenverträgen stehen dem Texaner mehrere Klagen in Millionenhöhe ins Haus. Die US-Versicherungsfirma SCA will ihn vor Gericht zerren und wegen Meineids verklagen. SCA hatte Armstrongs Tour-Siegprämien für 2002 bis 2004 wegen Dopings nicht zahlen wollen, dann aber ein Schiedsverfahren gegen ihn verloren. Jetzt soll die Retourkutsche folgen. Auch zahlreiche Medienhäuser, die in juristischen Streitereien gegen Armstrong das Nachsehen hatten, kündigten Prozesse an.

"Seine Stiftung war noch nie so gefährdet wie jetzt“

Außerdem droht dem 41-Jährigen die Aberkennung seiner sieben Tour-de-France-Titel durch den Radsport-Weltverband UCI. Dieser hat jetzt noch zwei Wochen Zeit, ihre Strafen auszusprechen. Armstrongs Image als tapferer Rad-Hero, der nach überstandenem Krebsleiden zum unverwundbaren Champion wurde, ist längst zerstört. „Es ist traurig und tragisch für die Millionen von Krebsüberlebenden, die er mehr als ein Jahrzehnt getäuscht hat. Seine Stiftung war noch nie so gefährdet wie jetzt“, kommentierte die Zeitung „USA Today“.

Am Mittwoch war Armstrong unter dem Druck massiver Doping-Anschuldigungen als Vorsitzender seiner Krebsstiftung „Livestrong“ zurückgetreten.

dpa

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