Rebensburg "enttäuscht" - auch Hölzl verärgert

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Viktoria Rebensburg.

Lienz - Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg hat beim Riesenslalom im österreichischen Lienz ihren fünften Weltcup-Sieg verpasst. Auch Kathrin Hölzl ist nach ihrem Comeback verärgert.

Viktoria Rebensburg verpasste nach einem schweren Fehler ihren fünften Weltcupsieg und sogar noch das Podest, Maria Höfl-Riesch wurde Zehnte - doch für den Deutschen Skiverband gab es beim Riesenslalom von Lienz dennoch Grund zur Freude. Nach zehnmonatiger Pause und einer leidvollen Krankengeschichte feierte Kathrin Hölzl ihr Comeback. Dass die 27-Jährige im zweiten Durchgang ausschied, war eigentlich nur Nebensache - ärgerte Hölzl aber dennoch maßlos.

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„Ein Scheißjahr ist jetzt endlich abgeschlossen. Hoffentlich wird das nächste besser“, sagte die Weltmeisterin von 2009 nach ihrem Ausfall, den sie einem „Blackout“ im oberen Abschnitt zuschrieb: Ihr Kopf sei „leer“ gewesen, außerdem „hat die Kraft gefehlt“. Positiver hatte sich Hölzl noch nach Platz 21 im ersten Lauf geäußert: „Ich bin froh, dass ich wieder dabei bin. Es war total cool. Ich fühle mich gesund, das ist das Wichtigste.“

Hölzl hatte bei der WM im Februar in Garmisch-Partenkirchen ihr bis dato letztes Rennen bestritten. Wegen einer Stoffwechselstörung und eines genetischen Defekts war sie danach ausgefallen.

Auch für Olympiasiegerin Rebensburg, die zuletzt in Aspen noch triumphiert hatte, lief es in Lienz nicht gerade nach Plan. Als Führende in den zweiten Lauf gegangen, musste sich die 22-Jährige vom SC Kreuth schließlich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. „Ich bin schon ein bisschen enttäuscht. Die Sicht war brutal dunkel, ich bin aber auch unten nicht gut gefahren. Ich habe einen großen Fehler gemacht“, sagte Rebensburg.

In 2:16,57 Minuten lag sie 0,49 Sekunden hinter Siegerin Anna Fenninger aus Österreich (2:16,08 Minuten). Zweite wurde die Italienerin Federica Brignone (0,20 zurück) vor Tessa Worley (Frankreich/0,39). „Ein vierter Platz ist auch nicht so schlecht, aber Riesenslalom ist meine Disziplin. Da möchte ich schon ganz oben stehen“, fügte Rebensburg zähneknirschend an. Auch für Alpin-Direktor Wolfgang Maier war das Abschneiden der momentan besten Riesenslalom-Läuferin „schon etwas ärgerlich. Den Zielhang ist sie nicht perfekt gefahren“.

Umso mehr freute sich Maier über die Rückkehr von Hölzl, auch wenn er allzu große Erwartungen dämpfte: „Man muss ihr nach so einer langen Pause Zeit geben, aber wir wollten ihr die Möglichkeit geben zu fahren, ohne sie von Seiten des Verbandes unter Druck zu setzen. Sie kommt mit Sicherheit wieder zurück“, meinte er. Maria Höfl-Riesch freute sich, „dass Kathi wieder dabei ist. Für sie ist das sehr wichtig.“

Für sie selbst war wichtig, den angestrebten Top-Ten-Platz zu erreichen, nachdem es in diesem Winter für sie gerade im Riesenslalom sehr durchwachsen gelaufen war (ein Ausfall/einmal Platz 24). „Ich habe leider nicht durchgezogen. Aber es war ein kleiner Schritt nach vorne“, sagte Höfl-Riesch (Garmisch/1,19 zurück) und hofft nun auf den Slalom am Donnerstag (10.15/13.15 Uhr). Mit Platz zwei in Flachau und Rang drei in Aspen hatte die zweimalige Olympiasiegerin zuletzt in dieser Disziplin aufhorchen lassen.

Das Rennen bildet bei den Frauen den Weltcup-Abschluss des Jahres. Vom 5. bis 8. Januar 2012 geht es dann in Bad Kleinkirchheim mit Abfahrt und Super-G weiter.

Keine Rolle spielten beim Riesenslalom von Lienz die weiteren deutschen Starterinnen. Lena Dürr (Germering/3,78) musste sich diesmal mit einem enttäuschenden 29. Rang zufrieden geben. Veronika Staber (Samerberg-Törwang) und Barbara Wirth (Lenggries) konnten sich erst gar nicht für den zweiten Lauf qualifizieren. Veronique Hronek (Unterwössen) und Simona Hösl (Berchtesgaden) schieden im ersten Durchgang aus.

sid

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