400-Meter-Läuferin droht Dopingsperre

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Janin Lindenberg hat drei "Missed Tests".

Magdeburg - Der deutschen 400-m-Läuferin Janin Lindenberg droht wegen Verstößen gegen die Meldepflicht der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) eine Sperre.

Die 25 Jahre alte gebürtige Berlinerin weist womöglich drei so genannte „Missed Tests“ innerhalb von 18 Monaten auf, was zu einer Sperre von drei Monaten bis zu maximal zwei Jahren führen kann. „Ich rechne eigentlich jeden Tag mit der Hiobsbotschaft. Eine Sperre wäre eine absolute Katastrophe für mich“, sagte Lindenberg der Magdeburger Volksstimme.

Die Vize-Europameisterin mit der Staffel von 2010 hatte es einmal verpasst, rechtzeitig ihre Aufenthaltsorte für mögliche Dopingkontrollen ins Meldesystem der NADA einzutragen. Zudem wurde sie einmal nicht zur Kontrolle angetroffen. Über einen möglichen dritten verpassten Test gibt es bislang noch keine Klarheit.

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„Ich bin eine Chaotin und war nachlässig“, sagte die Polizeimeisterin. Zwar habe sie noch „ein winziges Fünkchen Hoffnung“, mit einem blauen Auge davonzukommen. „Aber straffrei auszugehen, wäre letztendlich auch ein falsches Zeichen für jeden sauberen Sportler, der die Regeln befolgt“, sagte sie einsichtig.

Im so genannten „ADAMS-System“ müssen die Athleten aus dem Testpool der NADA vor Beginn eines jeden Quartals ihre Aufenthaltsorte für die kommenden drei Monate melden. Die Angaben müssen für jeden Tag ein bestimmtes 60-minütiges Zeitfenster zwischen 6 und 23 Uhr enthalten, zu dem der Athlet an einem bestimmten Ort für Dopingkontrollen erreichbar ist und zur Verfügung steht.

Im Fall Lindenberg gibt es nach Aussage der Athletin bislang keine Reaktion des Verbandes. Der Traum von Olympia könnte bei einer Verurteilung aber platzen. „Das Ganze ist unglaublich belastend und mir geht es schlecht, denn es bricht eine Welt zusammen“, sagte Lindenberg. „Hinter dem, was ich versäumt habe, stand keine Absicht, sondern Blödheit.“

SID

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