30. Olympische Spiele haben begonnen

Um 1.36 Uhr wurde die Flamme entzündet

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Die Flamme ist entzündet - die Spiele können beginnen

London - Die Spiele sind eröffnet! Allerdings mit einem Tag Verspätung - erst um 0.18 Uhr Ortszeit (1.18 Uhr in Deutschland) sprach Her Majesty die traditionelle Begrüßungsformel. Um 1.36 Uhr wurde die Flamme entzündet.

Das Olympische Feuer wurde nicht von einem Prominenten, sondern gemeinsam von sieben jungen, bislang unbekannten Athleten entzündet. Zuvor hatte unter anderem Muhammad Ali das Olympische Banner ins Stadion getragen.

Olympia: Spektakuläre Bilder von der Eröffnungsfeier

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Olympia: Weitere Bilder von der Eröffnungsfeier

Die Queen war schon im Showteil eine der Hauptdarstellerinnen gewesen. Am Ende einer Filmsequenz, in der Elizabeth II sich an der Seite von Schauspieler Daniel Craig alias James Bond mit viel britischem Humor selbst spielte, stürzte sie mit einem waghalsigen Fallschirmsprung aus einem Hubschrauber in das Stadion - in dem Moment, als die leibhaftige Queen an der Seite ihres Ehemannes Prinz Philip und IOC-Präsident Jacques Rogge die Ehrentribüne betrat.

Den genauen Terminplan der Olympischen Spiele gibt es hier

Anschließend wurde der für Großbritannien sehr bedeutende, aber finanziell kriselnde nationale Gesundheitsdienst NHS ausführlich gewüprdigt. Echte Krankenschwestern kümmerten sich um von Albträumen geplagte Kinder. Doch erst mithilfe von Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling, die in einem ihrer seltenen öffentlichen Auftritte die ersten Zeilen aus „Peter Pan“ vorlas, und 30 Mary-Poppins-Darstellerinnen, die an ihren geöffneten Regenschirmen aus dem Himmel heruntersegelten, konnten die bösen Geister um Captain Hook vertrieben werden.

Das olympische London inszenierte sich als Kulturstadt, eine große Rolle spielte dabei die britische Film- und Musikgeschichte. Kinderchöre sangen „God save the Queen“ sowie nordirische, walisische, schottische und englische Volkslieder, um allen Teilen des Landes Tribut zu zollen. Stars wie die Arctic Monkeys, Mike Oldfield und Emeli Sande heizten nicht nur den 80.000 Zuschauern ein.

Zahlreiche Staats- und Regierungschefs waren im Stadion Augenzeugen der bombastischen Zeremonie, unter ihnen Bundespräsident Joachim Gauck, Fürst Albert von Monaco mit seiner Frau Charlene und Königin Sofia von Spanien. Für die USA jubelte First Lady Michelle Obama den Sportlern zu.

Das Londoner Sinfonieorchester unter Leitung von Sir Simon Rattle spielte „Chariots of Fire“ von Vangelis, während auf den Leinwänden Ausschnitte aus den berühmtesten britischen Filmen gezeigt wurden. Als Überraschungsgast trat der Komiker Rowan Atkinson alias Mr. Bean auf, der in einem Sketch den beliebten Film über die Olympischen Spiele 1924 auf die Schippe nahm und als trotteliger Teil des Orchester das Publikum zum Lachen brachte.

Zu Beginn der Feier hatte der britische Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins mit einer 23 Tonnen schweren Glocke ein monumentales Schauspiel eingeläutet: Eine Zeitreise unter dem Motto „Inseln der Wunder“ - inszeniert von Oscar-Preisträger Danny Boyle, Regisseur des Kino-Blockbusters „Slumdog Millionaire“.

Inspiriert von William Shakespeares „Der Sturm“, zeigten 15.000 Statisten, darunter 1650 Kinder aus 25 Londoner Schulen, Großbritanniens Weg von einem Agrarstaat über die industrielle Revolution zu einem modernen, lebensfrohen und multikurellen Land auf. „This is for everyone“ lautete die Botschaft.

Das Olympiastadion präsentierte sich zunächst als eine typisch britische Landschaft des ausgehenden 17. Jahrhunderts mit Bauernhütten, drei Kühen, 40 Schafen, zwölf Pferden, zehn Hühnern und Enten sowie neun Gänsen und künstlichen Wolken. Anschließend verwandelte sich das grüne und fruchtbare Land in ein graues Industriegebiet. Statt Bäumen wuchsen sieben Schornsteine aus dem Boden. Stahlarbeiter „schmiedeten“ einen riesigen und glühenden Ring, der in den Himmel gezogen wurde und über dem Stadion funkenschlagend mit vier weiteren zu den olympischen Ringen verschmolz.

Und so war der Weg frei für den temporeichen Ritt in die Gegenwart. Unterlegt mit einem Schnelldurchlauf britischer Pop-Musik, mit Songs der 60er, 70er, 80er und 90er Jahre sowie aktuellen Liedern von den Rolling Stones bis Depeche Mode wurde die Liebesgeschichte zweier britischer Jugendlicher erzählt. Unter dem Jubel von Hunderten tanzenden Freunden wurden Frankie und June trotz aller Widrigkeiten doch noch ein Paar. Es entwickelte sich eine riesige Party - als Symbol für die bunte und offene Gesellschaft Großbritanniens und Londons.

SID

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