Streitthema Sprache

Schlager: Rassismusvorwürfe gegen Jürgen Milski - Auftritt bei WDR-Sendung wird zum Desaster

In der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ sorgten Schlagersänger Jürgen Milski und andere prominente Gäste, darunter Kult-Moderator Thomas Gottschalk, für einen handfesten Skandal. Grund dafür waren fragwürdige Aussagen zum Streitthema Sprache.

Köln - Dass sich die deutsche Sprache stets im Wandel befindet, wollen viele Bundesbürgerinnen und Bundesbürger einfach nicht wahrhaben. Doch auch von prominenter Seite kommt nun ordentlich Gegenwind: In der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ mit Steffen Hallaschka (49) sorgten Schlagersänger Jürgen Milski (57) und seine prominenten Kollegen, darunter Kult-Moderator Thomas Gottschalk (70) mit unglücklichen Äußerungen für einen handfesten Skandal. Das Netz reagiert empört.

Bei einem Auftritt in der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ sorgte Schlagersänger Jürgen Milski gemeinsam mit anderen prominenten Gästen (u.a. Thomas Gottschalk) für einen handfesten Skandal

Schlager: Jürgen Milski nennt Sprachwandel „völlig überzogen“ - WDR-Sendung erntet heftige Kritik

Schlagersänger Jürgen Milski steht erneut in der Kritik, mit fragwürdigen Aussagen fremdenfeindliches Gedankengut zu relativieren: Der gebürtige Kölner war gemeinsam mit Entertainer Thomas Gottschalk, Autor Micky Beisenherz (43) und Schauspielerin Janine Kunze (46) zu Gast bei „Die letzte Instanz“. Dort sollten, so der WDR auf seiner Website, „politische Geschmacklosigkeiten, (...) fragwürdige Schlagzeilen [und] Moralfragen“ kritisch diskutiert werden - doch die Sendung wurde zum Desaster.

Streitpunkt war wieder einmal der Wandel der deutschen Sprache. Worte wie ‚Zigeunersauce‘ oder ‚Mohrenkuss‘ gelten - so die Meinung vieler - inzwischen als veraltet, da es sich dabei um stigmatisierende und diskriminierende Bezeichnungen handelt. Dem widersprach der bekannte Schlagersänger bei „Die letzte Instanz“ entschieden. Er komme aus „einer Generation, wo es noch kein Problem war“, in einem Restaurant „ein Zigeunerschnitzel oder (...) eine Zigeunersauce“ zu bestellen. „Da haben wir uns überhaupt keine Gedanken drüber gemacht“, erklärt Jürgen Milski.

Dass genau dort das Problem liegen könnte, wollte der ehemalige „Let‘s Dance“-Teilnehmer nicht einsehen. Stattdessen nannte Jürgen Milski die Debatte „völlig überzogen“. In Deutschland, wo „alles auf die Goldwaage gelegt wird“, herrsche zu „wenig Humor“, so der Schlagerstar. Prominenten Zuspruch erhielt der 57-Jährige unter anderem von Entertainer Thomas Gottschalk, der die Nutzung des diffamierenden Wortes ‚Mohr‘ verteidigte („Ob ich einen schwarzen Menschen einen ‚Mohr‘ nenne, das hat nichts damit zu tun, dass ich auch nur ansatzweise den Respekt ihm gegenüber verliere“). Im Netz sorgten diese Aussagen für einen riesigen Shitstorm.

Schlager: Jürgen Milski sorgt bei „Die letzte Instanz“ für Skandal - Shitstorm für WDR-Talk

„Dass Jürgen Milski 2021 überhaupt noch irgendwas gefragt wird, verwundert mich sehr“, schrieb eine Nutzerin bei Twitter. Dem pflichtete ein Großteil des Publikums auf Facebook, Instagram & Co. ausdrücklich bei. Ein Nutzer schrieb mit eindeutig ironischem Unterton: „Wünsche mir weitere WDR-Talks mit Janine Kunze, Jürgen Milski, Beisenherz und Gottschalk zu Frauenquote, Abschiebung, Mohammed-Karikaturen, gendergerechter Sprache und dem Umgang mit Sexual-Straftätern.“ Komikerin Enissa Amani (39) fasste die Sendung in einem Video mit kritischen Worten treffend zusammen.

Es ist unglaublich, dass das okay ist, dass ein Panel-Talk veranstaltet wird in Deutschland, wo man über Racial Slurs diskutieren will, wo man darüber diskutieren will, ob man das Z-Wort für Sinti und Roma sagen darf. Wo man über Rassismus in Deutschland, Alltagsrassismus, jede Form von verankertem Rassismus in Deutschland sprechen will – und dann nicht eine Person, nicht eine POC (Person of Colour; Anm. d. Red.) anwesend ist!

Komikerin Enissa Amani bei Instagram

Auch die anderen Gäste bei „Die letzten Instanz“ fielen mit unschönen Aussagen auf, etwa als man sich darauf einigte, Begriffe wie ‚Zigeunerschnitzel‘ oder ‚Mohrenkopf‘ seien keineswegs diskriminierend. Jürgen Milski fällt in dieser Hinsicht leider nicht zum ersten Mal negativ auf: 2016 stand der Schlagersänger schon einmal in der Kritik, als er auf Facebook äußerst unsachlich gegen Drogendealer mit Migrationshintergrund hetzte. Der WDR reagierte inzwischen auf den Eklat rund um die Sendung mit Moderator Steffen Hallaschka und äußerte sich auf Twitter zu den Vorwürfen der Nutzerinnen und Nutzer.

Der Verlauf der Sendung war nicht, wie wir es geplant und uns vorgestellt hatten. In DLI sollen kontroverse Themen unterhaltsam diskutiert werden, dabei darf jeder Gast seine Meinung äußern. Aber rückblickend ist uns klar: Bei so einem sensiblen Thema hätten unbedingt auch Menschen mitdiskutieren sollen, die andere Perspektiven mitbringen und/oder direkt betroffen sind. Wir lernen daraus und werden es besser machen.

WDR bei Twitter

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Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/Holger Hollemann/dpa/picture alliance

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