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„Habe mich sehr wohlgefühlt“: Roland Kaiser überrascht mit warmen Worten über ärmliche Kindheit

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Von: Jonas Erbas

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Schlagerstar Roland Kaiser vor einer alten Aufnahme des Brandenburger Tors (Fotomontage)
Roland Kaiser wuchs im Berlin der 1950er und 1960er in ärmlichen Verhältnissen auf. Im Podcast mit Sandra Maischberger spricht der Schlagerstar nun offen über seine Kindheit – und überraschte mit der ein oder anderen Aussage (Fotomontage) © Gerald Matzka/Giehr/dpa/picture alliance

Im Berlin der Nachkriegszeit war Luxus ein seltenes Gut. Das musste auch Roland Kaiser am eigenen Leib erfahren, der dort 1952 geboren wurde und in einfachen Verhältnissen aufwuchs. An der Armut selbst störte sich der Schlagerstar allerdings nicht, wie er nun mit Blick auf die eigene Kindheit verriet.

Berlin - Nein, einfach hatte es Roland Kaiser (69) zu Beginn seines Lebens bestimmt nicht: Seine leibliche Mutter war mit zarten 16 Jahren schwanger geworden und hatte den späteren Schlagerstar kurz nach dessen Geburt zur Adoption freigegeben. Bei einer Pflegemutter, die ab 1952 das alleinige Sorgerecht für den Jungen hatte, wuchs er im Westberliner Stadtteil Wedding in einfachen Verhältnissen auf.

Dass sich der „Dich zu lieben“-Interpret aufgrund dieser ärmlichen Umstände oftmals in Verzicht üben musste, stört ihn rückblickend nicht weiter – im Gegenteil: Mit seiner Kindheit, die er in den 1950ern und -60ern verlebte, verbindet der Liedtexter heute viele schöne Erinnerungen, wie er nun selbst verriet. Extratipp.com* von IPPEN.MEDIA berichtet.

Schlager: Roland Kaiser spricht offen über Kindheit in Armut – „Rau, aber herzlich“

Roland Kaisers (alle Informationen zum Schlagerstar) Adoptivmutter scheint eine großherzige Frau gewesen zu sein: Vollkommen allein brachte die ältere Dame, die bereits 1967 verstarb, ihren Ziehsohn im Berlin der Nachkriegsjahre durch. Finanziell ging es der Familie allerdings gar nicht gut, denn als Putzkraft verdiente sie nur wenig. Bereits mit sieben Jahren musste der als Ronald Keiler geborene Schlagersänger (die echten Namen der Schlagerstars) ihr beim Austragen von Zeitungen helfen, um ein paar Mark dazuzuverdienen, wie der 69-Jährige im WDR-Podcast mit Sandra Maischberger (55) verriet.

Seine Adoption empfand der Musiker trotz der schwierigen Umstände als „großes Glück“, wie er dort verriet. Er sei „sofort als Teil der Familie“ aufgenommen und akzeptiert worden. Die Armut bekam er dennoch zu spüren: Zu essen gab es statt Spinat etwa gekochte Brennnesseln, während mit Briketts, die von vorbeifahrenden Güterzügen gefallen waren und mühsam zusammengesucht werden mussten, geheizt wurde.

„Es war generell eine andere Zeit“, so der 69-Jährige. Die vorherrschende Armut trübt Roland Kaisers Erinnerungen an seine Kindheitsjahre allerdings nicht: „Ich habe mich sehr wohlgefühlt. Ich hatte eine schöne Kindheit, die war rau, aber herzlich“, resümierte der Musiker, der 1980 mit „Santa Maria“ schließlich seinen großen Durchbruch feierte.

Schlager: Roland Kaiser erinnert sich gern an seine Kindheit – „Besitzstände waren nicht so wichtig“

Insbesondere seine „fantastische Mutter“, deren „große, gute Familie“ und die „vielen Freunde in [seiner] Straße“ sorgten dafür, dass sich Roland Kaiser trotz der Armut noch heute gern an seine Kindheit erinnert. „Meine Freunde waren alle so arm, wie ich es war. Da gab es diesen Sozialneid gar nicht und wir kamen gut durch. Die Besitzstände waren gar nicht so wichtig“, berichtete der Schlagerstar seiner Gesprächspartnerin, in deren Talkshow „maischberger. die woche“ er zuvor auch als Gast aufgetreten war.

Fernseher, Telefon, Auto – all die Annehmlichkeiten, welche in der Nachkriegsgesellschaft nach und nach zum Standard wurden, gab es in dem Haushalt, in welchem Roland Kaiser aufwuchs, nicht. Dafür lässt die Nächstenliebe, die er in seinem Umfeld erfuhr, den Schlagerstar noch heute von seiner Jugend schwärmen.

Überschattet wurde diese dann allerdings von dem plötzlichen Tod seiner Adoptivmutter, die 1967 einen Schlaganfall erlitt und nach drei Wochen schließlich starb. Von da an kümmerte sich seine Tante um ihn, bis er auf eigenen Beinen stand – und wenige Jahre später auch auf den großen Bühnen des Landes. *extratipp.com ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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