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Mike Leon Grosch verrät im extratipp.com-Interview: DSDS kann auch ohne Dieter Bohlen stattfinden - Florian Silbereisen verdient großen Respekt

Mike Leon Grosch bei der Aufzeichnung der MDR TV-Show „Die Ross Antony Show“ auf der BUGA 2021 im Egapark. Erfurt am 09.07.2021. Dieter Bohlen präsentiert am 18.09.2018 in einem Möbelhaus seine Werbekampagne „Von Bohlen empfohlen“ und sitzt auf einem Sofa. (Fotomontage)
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Mike Leon Grosch steht wieder auf der Bühne. Im Interview erzählt er unter anderem von seiner dunklen Zeit nach DSDS. (Fotomontage)
  • Lisa Klugmayer
    VonLisa Klugmayer
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15 Jahre nach seiner DSDS-Teilnahme steht Mike Leon Grosch nun auf den großen Schlagerbühnen Deutschlands. Im exklusiven Interview mit extratipp.com verrät er, was er von dem Drama rund um Dieter Bohlen hält und wie es bei ihm musikalisch weitergeht.

Köln - Mike Leon Grosch (44). Dieser Name dürfte allen DSDS-Fans bekannt sein. 2006 sang sich der sympathische Kölner in die Herzen der TV-Zuschauer und stand gemeinsam mit Tobias Regner (38) im Finale der RTL-Castingshow. Für den Sieg hat es leider damals nicht gereicht, er landete auf Platz 2. Nach kreischenden Fans und tobenden Applaus kam dann der tiefe Fall. Nun - 15 Jahre später - ist Mike Leon Grosch zurück. Mit seiner neuen Platte „Wenn wir uns wiedersehen“ und jeder Menge Pop-Schlager oder wie er es nennt: Power-Schlager.

Wie groß der Druck ist, nach der TV-Show nicht in das Klischee des „gescheiterten DSDS-Kandidaten“ zu fallen, ob DSDS ohne Dieter Bohlen (67) überhaupt eine Chance hat, wie er die ZDF-Fernsehgarten-Evakuierung erlebt hat und wie es musikalisch bei ihm weitergeht, hat Mike Leon Grosch uns im exklusiven extratipp.com-Interview verraten.

Mike Leon Grosch ist nach 15 Jahren wieder zurück.

Mike Leon Grosch im extratipp.com Interview über DSDS, sein neues Album und den ZDF-Fernsehgarten

Wie groß ist der Druck nach der Show nicht in das Klischee des „gescheiterten DSDS-Kandidaten“ zu fallen?
Wenn ich mich in die Zeit zurückversetze, dann war das für mich schon eine harte Zeit. Ich dachte damals einfach: „Es öffnet sich niemals mehr eine Tür für mich. Nach mir kräht kein Hahn mehr“. Das hat aber jetzt nichts mit DSDS zu tun. Ich hatte einfach keine Relevanz mehr. Das war einfach eine unglaublich harte Zeit. Deswegen hab‘ ich auch damals 7 Jahre lang keine einzige Note mehr gesungen, sondern ganz normal im Vertrieb bei einem großen Textilhersteller gearbeitet.
Mike Leon Grosch wurde durch den RTL-Gesangswettbewerb „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt.
Was sagst du zu dem DSDS-Drama rund um Dieter Bohlen? Hat die Sendung ohne ihn überhaupt eine Chance?
Wenn wir über DSDS sprechen, sprechen wir ja über ganz, ganz große Samstagabendunterhaltung. Ja, im Moment gibt es eine schwache Phase. Aber ich glaube wir sind uns alle einig, dass sich DSDS gerade nicht mehr so anfühlt, wie es sich früher mal angefühlt hat. Aber so etwas kann sich immer wieder drehen – auch ohne Dieter Bohlen. Er ist mit Sicherheit ein ganz großer Anker dieser Sendung, aber im Grunde genommen geht es ja darum Talente zu finden. Und wenn man das glaubhaft und unterhaltsam macht, dann kann eine Sendung auch ohne ihn stattfinden. Was genau im Hintergrund passiert ist, kann ich nicht beurteilen, weil ich es tatsächlich einfach nicht weiß.
Dieter Bohlen (l.) und Mike Leon Grosch verbindet ihre DSDS-Vergangenheit.
Was hältst du von Florian Silbereisen als neuen DSDS-Chef?
Ich kenne Florian nicht persönlich, weiß aber aus Kollegenkreisen, dass er ein ganz toller Mensch ist. Mit ganz, ganz viel Herz. Auch er hat mit seinen Vorurteilen zu kämpfen. Dass er zu glatt und nicht sympathisch ist. Ich habe aber ganz viel Respekt, dass er sich der großen Herausforderung stellt, DSDS-Jurymitglied zu werden und das schwere Erbe von Dieter Bohlen antritt.
Schlager hat in den letzten Jahren ein kleines Revival gefeiert. Immer mehr junge Leute begeistern sich für dieses Genre. War das auch der Grund, warum du jetzt Schlager machst?
Ich beobachte die deutsche Musiklandschaft schon lange und komischerweise sagen plötzlich ganz viele Menschen: „Jetzt singen auch einmal alle deutsch“. Aber ich sehe das anders. Die Deutschen haben schon immer deutsch gesungen. Ob das Lena Valaitis war, Katharina Valente, Peter Alexander oder Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer. In den 90er Jahren haben viele plötzlich Englisch gesungen – und das war dann was Neues. Und jetzt ist es halt wieder deutsch. So sehr wie alle immer Kategorien schaffen wollen, so sehr wehre ich mich immer dagegen. Weil, wenn du dir eine Playlist von einer Person anschaust, egal ob 14 oder 84, die Leute lassen sich nicht in Musikkategorien einordnen. In meiner Playlist ist auch mal Apache drin und dann gleich danach was von Florian Silbereisen und Thomas Anders.
Deswegen war für mich der Schlager auch keine bewusste Entscheidung, sondern ich wollte Musik machen, die Power hat. Das war so der Ursprung, dass ich Lieder finde, bei denen ich zeigen kann, was ich bin. Und zwar laut und kräftig und emotional.
Mike Leon Grosch singt „Wieder Willingen“.
Richtig promoten konntest du dein neues Album „Wenn wir uns wiedersehen“ ja nicht. Dich hat es erwischt - du hattest Corona. Wie geht es dir mittlerweile? Alles gut überstanden?
Ja, in der Woche des Albumrelease habe ich Corona diagnostiziert bekommen. Ich war auf dem Weg zu einer Radiostation und habe mich vorher zu Hause testen lassen. Der PCR-Test war dann positiv und ich musste ich 14 Tage in Quarantäne. Das war natürlich super Kacke. Wir haben die Herausforderung allerdings angenommen und dann doch Platz 18 in den offiziellen Albumcharts geschafft – ohne Autogrammstunden, ohne Frühstücksfernsehen, ohne die ganzen Radiostationen. Darauf sind wir echt mächtig stolz.
Dein neues Album heißt „Wenn wir uns wiedersehen“. Was steckt hinter dem Albumtitel?
Der Albumtitel ist tatsächlich zweideutig. Er hat zum einen etwas mit der Coronasituation zu tun, er ist auch in der Coronazeit entstanden – wir haben im Sommer 2020 angefangen „Wenn wir uns wiedersehen“ zu schreiben. Also, wenn wir uns alle nach dieser schrecklichen Pandemie endlich wiedersehen. Ich glaube wir hatten alle zwischenzeitlich das Gefühl von anderen Menschen isoliert zu sein.
Aber zum anderen ist der Titel und das Album auch ein Wiedersehen mit mir. Ich glaube, dass viele Menschen durch die Plattenläden gehen oder durchs Internet surfen und dann auf einmal sagen: „Häääh, wer ist das denn? Mike Leon Grosch. Den kenn ich doch irgendwo her. Ach, krass. Der ist aber alt geworden.“
BuzzFeed.de
Letzten Sonntag warst du zu Gast beim ZDF-Fernsehgarten. Wie war das für dich, nach langer Zeit endlich wieder vor Live-Publikum auftreten zu können?
Ja, letzten Sonntag war ich zu Gast beim ZDF-Fernsehgarten, 2 Wochen vorher waren wir bei „Immer wieder sonntags“. Da habe ich eine Ballade gesungen aus dem Album „2 Herzen eine Seele“. Das war ein langsamer Titel, da gab es auch schon einen mega Applaus. Es war aber wirklich noch mal was anderes Pop-Schlager, oder wie ich so schön sage Power-Schlager, dann mal live im Fernsehen zu performen. Und es war unglaublich, die Nummer „1000 Melodien“ fing gerade an - der Fernsehzuschauer konnte das nicht sehen – und es standen auf einmal 400 Menschen auf, ohne dass ich irgendwas gemacht habe.
Die Menschen haben sich also offenbar gefreut mich zu sehen und ich habe mich total darüber gefreut. Du musst dir vorstellen: Wir haben in den vergangenen Monaten zwar viele Internet-, Streaming- oder Autokino-Konzerte gemacht. Aber da singst du quasi einfach nur in die Kamera oder gegen eine Windschutzscheibe und jetzt auf einmal so viele Menschen wiederzusehen das ist für mich so unfassbar schön. Klar hab ich auch schon mal vor Menschen gespielt, aber das ist halt auch schon wieder 15 Jahre her.
Ich hab die neuen Lieder noch nie vor Publikum zeigen können und das war jetzt am Wochenende das erste Mal. Diese Energie hab ich immer noch in mir, es war eine ganz, ganz tolle Situation.
Wenig später musste das Gelände evakuiert werden. Wie hast du die Situation erlebt? Wie war die Stimmung Backstage?
Ein guter Freund von uns hat uns die Glückspilze des Tages genannt. Der erste Auftritt war von Michelle. Dann fand das Spiel Fahrrad-Ball statt und dann waren wir dran. Direkt danach musste das Gelände evakuiert werden. Wir waren quasi wirklich echt auf dem letzten Drücker bevor diese Havarie-Warnung kam – das ist vom ZDF eine vorgegebene Unwetterwarnung. Also Regen ist nicht schlimm, aber wenn es Gewitter gibt, müssen die Leute vom Gelände evakuiert werden.
Und mit unserem letzten Ton kam dann Donner und Blitz und alles musste evakuiert werden. Wir hatten wirklich ganz, ganz viel Glück. Es war aber für uns eine tolle Situation danach im Regen zu stehen, wieder zurückzulaufen zum Häuschen, aber das Lied noch für die Menschen gesungen zu haben.
Wie geht es bei dir musikalisch weiter? Ist vielleicht eine Tour geplant?
Tatsächlich geht es jetzt immer weiter. Im September wird die nächste Single rauskommen und wir planen eine große Tour im nächsten Jahr. Wir haben Februar, März und April als Tour eingeplant und checken jetzt gerade mit Veranstaltern, was möglich und planbar ist. Natürlich müssen auch immer Versicherungen abgeschlossen werden, wegen der Pandemie. Damit wenn etwas schiefgehen sollte, wir dann nicht alle komplett pleite sind. Das bedarf also viel Vorbereitung.
Gegen Ende des Jahres setzen wir uns dann wieder zusammen und planen das nächste Album. Ich hoffe und glaube daran, dass der Mike euch noch eine ganze Zeit weiter Nerven wird und euch schöne Lieder bringt.

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