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„Musikalisch doch einfach unterirdisch“: Matthias Reim rechnet mit deutschem Schlager ab

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Von: Jonas Erbas

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Schlagerstar Matthias Reim in seinem Musikstudio, daneben auf der Bühne mit Florian Silbereisen, Beatrice Egli und Alvaro Soler (Fotomontage)
Obwohl Matthias Reim musikalisch selbst im deutschen Schlager beheimatet ist, übt er offen Kritik an der Branche (Fotomontage) © Felix Kästle/Andreas Lander/dpa/picture alliance

Als Deutschlands berühmtester Schlager-Rocker steht Matthias Reim seit Jahrzehnten auf der Bühne. Die Branche selbst hat in dieser Zeit zwar eine immense Entwicklung hingelegt, doch den 64-jährigen „Verdammt, ich lieb dich“-Interpreten stören noch immer einige Dinge, wie er nun offen zugab.

Stockach - Mit über drei Jahrzehnten Bühnenerfahrung zählt Matthias Reim (64) zu den dienstälteren Musikern der deutschen Schlagerwelt. Seit er 1990 mit seinem Mega-Hit „Verdammt, ich lieb dich“ praktisch über Nacht zur Legende wurde, hat sich strukturell und personell vieles in der Branche verändert.

Im Interview mit Extratipp.com anlässlich seines neusten Studioalbums „Matthias“ (Veröffentlichungsdatum: 14. Januar) blickte der 64-Jährige auf den Wandel, den das Genre im Laufe der Jahre genommen hat, zurück – und übte dabei offen Kritik. Extratipp.com* von IPPEN.MEDIA berichtet.

Schlager: Matthias Reim übt Kritik an eigener Branche – „Hatte teils zurecht diesen Stempel“

Vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten im deutschen Schlager getan: Während das Genre mit seinem volksmusikalischen Bezug lange Zeit etwas altbacken anmutete, erfand sich die Stilrichtung dank Superstars wie Helene Fischer (37) oder Andreas Gabalier (37) gerade in den 2010er-Jahren neu. Der Modernisierungsprozess war geglückt, wie auch Matthias Reim im Extratipp.com-Interview bestätigte: „Schlager war so verpönt, hatte aber auch teils zurecht diesen Stempel, weil es hier und da musikalisch doch einfach unterirdisch war.“

Diese Entwicklung lobte der 64-jährige Schlagerstar und erklärte: „Die Musik ist so vielseitig geworden und es gibt zahlreiche Newcomer, die sich ausprobieren.“ Matthias Reim muss es wissen, denn einst schien es ihm in der Branche nicht ganz so sehr gefallen zu haben. Seine Kritik: „Früher wurde da doch sehr stark Cliquenwirtschaft betrieben. In die Sendungen von Dieter Thomas Heck kamst du beispielsweise nur rein, wenn du politisch korrekt genau in das Bild gepasst hast – sonst hattest du keine Chance!“

Trotz dieses geglückten Wandels gibt es allerdings noch Punkte, die dem „Verdammt, ich lieb dich“-Interpreten missfallen. Er ziehe „auch gerne mal über den deutschen Schlager und manche Songs her“, gab der 64-Jährige offen zu. Alles in allem zog der Musiker dann aber ein positives Fazit, nannte jedoch ein Detail, das er für ausbaufähig hält: „Bei den Moderationen könnte man noch einen Hauch lockerer sein, aber ansonsten gefällt mir das doch sehr gut, was da aktuell gemacht wird.“ *extratipp.com ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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