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Schlager: Heinos Musik war in der DDR verboten - Fan wurde von der Stasi beobachtet

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Von: Lisa Klugmayer

Schlagerstar Heino wird seit über 40 Jahren von seinen Fans gefeiert. Auch in der damaligen DDR wurde zu seinen Lieder geschunkelt - wenn auch illegal.

Leipzig - Es gab eine Zeit in der Heinos (82) Schlager höchst illegal war, seine Schallplatten waren Schmuggelware und für Fan-Aktivitäten jeder Art wurde man polizeilich überwacht. Heute klingt das unglaublich - damals in der DDR war das Alltag. Gegenüber der Bild-Zeitung spricht nun Heino-Fan Eberhard Kulla (64) über seine damaligen Erfahrungen.

Schlagerstar Heino: Superfan gründete illegalen DDR-Fanclub

Schlagersänger Heino begeistert seit mittlerweile über 40 Jahren seine Fans, ist eine fixe Größe in der deutschen Musikbranche und Dauergast auf den ganz großen Schlagershows. Der „Blau blüht der Enzian“-Sänger ist so berühmt, er braucht nicht mal einen Nachnamen.

Auch in der ehemaligen DDR war er sehr beliebt, wenn auch verboten. Heino-Fans in der DDR mussten sich im geheimen treffen. Einer der Untergrund-Heino-Fans war Eberhard Kulla (64). Als Teenager gründete er in der DDR einen heimlichen Heino-Fanclub.„Im Osten war Heino verboten. Trotzdem schrieb ich ihm einen Brief, der ihn über Umwege erreichte. Sein Manager schickte mir daraufhin ein Paket mit Heino-Platten“, verrät der Superfan im BILD-Interview.

Schlagermusik von Heino war in der DDR illegal - Superfan war dies egal

Schlagermusik als Schmuggelware? Damals bittere Realität. Auch Heino (178.166 monatliche Hörer auf Spotify) erinnert sich noch an die illegalen Pakete und verrät welche Tricks sie anwenden mussten. Der Schlagerstar gegenüber BILD: „Wir haben ihm damals meine LPs in Opern-Hüllen geschickt, damit sie beim Zoll nicht auffielen und eingezogen wurden. Meine Musik war in der DDR heiße Ware. Ich weiß, welchen Gefahren sich Eberhard Kulla in der DDR wegen mir ausgesetzt hat.“

Heino steht am 01.06.2013 in Hamburg auf der Bühne (Fotomontage)
Heino begeistert seit über 40 Jahren seine Fans - in der DDR war seine Musik allerdings illegal. (Fotomontage) © Angelika Warmuth/dpa

Superfan Eberhard Kulla war wegen seiner illegalen Fan-Aktivitäten sogar polizeilich bekannt und stand unter Beobachtung des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) - inklusive eigener Akte. Kurioses Detail: Die Stasi soll Kulla darin den Decknamen seines Idols gegeben haben: Heino.

Doch die Geschichte hat ein Happy-End: Nach den Wende 1989 lernte Kulla sein großes Idol persönlich kennen und bis heute halten sie Kontakt zueinander. „Er ist ein wandelndes Heino-Lexikon. Wenn ich mich an manches aus meiner Karriere nicht mehr erinnern kann, muss ich ihn nur anrufen und er weiß es“, verrät Heino abschließend.

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