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Schlager: Für Heino riskiert ein treuer Fan sogar ins Gefängnis zu kommen

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Von: Annika Schmidt

So groß kann Fan-Liebe sein. Ein Fan von Schlagerstar Heino nahm große Gefahren auf sich, nur um seinem Idol nahe zu sein.

Bad Münstereifel - Wie groß Fan-Liebe sein kann, beweist ein Mann aus der ehemaligen DDR. Eberhard Kulla (64) liebt die Musik von Kult-Star Heino (82).

Hannelore gibt Heino einen Kuss auf die Wange
Eberhard Kulle beweist, das Fan-Liebe keine Grenzen kennt. Schlagerstar Heino ist heute dankbar für sein „wandelndes Heino-Lexikon“ © Jens Kalaene/dpa

Das Problem des Schlager-Fans: Vor dem Mauerfall galt Heino in den neuen Bundesländern als Staatsfeind. Eberhard Kulla ließ sich einiges Einfallen um trotzdem die verbotene Volksmusik hören zu können. Dafür geriet der Heino-Fan und seine Familie sogar ins Visier der Stasi, die mit Gefängnis drohte.

Schlagersänger gerührt von Fan-Aktion

Während Heino im Westen bereits zu den größten Schlagerstars gehörte, wuchs auch die Fan-Gemeinschaft im anderen Teil Deutschlands (rund 160.000 monatliche Hörer bei Spotify). Doch in der DDR Fan von Heino zu sein, bedeutete im Verborgenen zu handeln. Eberhard Kulla ließ sich davon nicht abhalten.

Irgendwie wollte der Ingenieur an Platten des Schlagersängers kommen und ihn erreichen. „Im Osten war Heino verboten. Trotzdem schrieb ich ihm einen Brief, der ihn über Umwege erreichte“, beschreibt der Fan die Situation bild.de. Eine gefährliche Aktion. Gerührt von dem Brief, wollten Heino und sein Manager dem Schlager-Fan Schallplatten zukommen lassen, doch das war eine heikle Angelegenheit. (Hier gibt es einen Überblick, über Schlagerstars und ihre verrückten Ticks)

Schlagerstar ließ Schallplatten für Fan schmuggeln

„Wir haben ihm damals meine LPs in Opern-Hüllen geschickt, damit sie beim Zoll nicht auffielen und eingezogen wurden“, erinnert sich Heino an seinen besonderen Fan. „Ich weiß, welchen Gefahren sich Eberhard Kulla in der DDR wegen mir ausgesetzt hat.“ Bei günstigen Gelegenheiten wurden Treffen zwischen Heinos Manager und Eberhard Kulla organisiert, um Schallplatten des Schlagerstars zu übergeben. Die Stasi beobachtete das alles heimlich und legte eine Akte über ihren DDR-Bürger an.

Bei einem Treffen 1975 heißt es darin: Manager öffnete den Kofferraum und zeigte ,Heino‘ (Eberhard Kulla bekam von der Stasi den Spitznamen „Heino“) einige Schallplatten, wobei er sich des öfteren umsah“. Danach wurden mehrere Schallplatten in einem Plastikbeutel übergeben. Alles was der Heino-Fan tat, wurde von der Stasi jahrelang genau unter die Lupe genommen. (Lesen Sie hier: Ehekrieg, Herzschmerz und Scheidung - bei diesen Schlagerstars zerbrach die Liebe)

Schlager-Fan weiß, wer ihn an die Stasi verraten hat

Den Hinweis an die Stasi über die Liebe zur West-Schlager-Musik, gab wohl ein Kommilitone von Eberhard Kulla. „Meine Freunde und Familie wurden ebenfalls beobachtet. Und ich wurde immer wieder zu Gesprächen mit der Stasi gebeten“, erklärt der 66-Jährige.

Drei Bände mit ungefähr 200 Blatt umfasst die Stasi-Akte des Heino-Fans. 1990 traf Eberhard Kulla zum ersten Mal Heino persönlich. „Er ist ein wandelndes Heino-Lexikon. Wenn ich mich an manches aus meiner Karriere nicht mehr erinnern kann, muss ich ihn nur anrufen und er weiß es“, freut sich Heino über seinen treuen Fan. Seitdem halten die beiden Männer regelmäßig Kontakt. (Die größten Skandale der Schlagerszene aller Zeiten gibt es hier im Überblick)

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