Zwischen Petticoat und Lutschmuschel:  Bei Angi gibt‘s die Fahrkarte in die 50er

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Angi Henn bietet nachgeschneiderte Originalmode aus den 50er-Jahren an.

Region Rhein-Main – Eine schmucklose Glastür trennt zwei Welten. Auf der einen Seite liegt der Frankfurter Sandweg. Auf der anderen liegt eine Traumwelt. Eine Welt, in der Frauen aufgeplusterte Petticoats und Männer pomadeverstärkte Haartollen tragen. Von Christian Reinartz

Angi Henn bietet nachgeschneiderte Originalmode aus den 50er-Jahren an.

Diese Welt heißt „Peggy Sue Frankfurt“, gehört Angi Henn und ist seit wenigen Wochen der einzige Laden weit und breit, in dem sich Frauen mit originaler Mode aus den 50er Jahren kleiden können. Zwar gibt‘s dort auch häufig Pomade. Aber eben nur, wenn die Begleitung der modeinteressierten Kundschaft sich vorher die Tolle damit geformt hat. Und das passiert ziemlich häufig. Denn Angi Henns Ladengeschäft ist der Geheimtipp bei den hiesigen Rockabilly-Fans.

Wer in der Szene etwas auf sich hält, hat Peggy Sue schon längst einen Besuch abgestattet. Und darüber ist Angi Henn froh. Vor gerade einmal neun Wochen hat sich die Web-Designerin mit „Peggy Sue Frankfurt“ selbstständig gemacht – und dabei offenbar den Markt richtig eingeschätzt. „Ich kann mich bisher nicht über zu wenig Kundschaft beschweren“, sagt Henn mit einem verschmitzten Lächeln. Ihr Geheimnis ist ihre Authentizität. Sie selbst trägt die Klamotten, die sie verkauft. Und sie ist in der Szene bekannt als Rock‘n‘Roll-DJ. Sie stellt klar: „Ich hab hier nicht die typischen schwarzen T-Shirts mit Totenkopf-Aufdruck“, sagt Henn. Stattdessen importiert sie Originalmode der 50er aus Schweden, den USA und Großbritannien. Dazu gibt‘s Handtaschen mit Bambus-Griff, riesige Orchideen-Haarspangen und jede Menge Accessoires aus der Zeit, als Autos noch Chrom-Karossen waren. Selbst die Süßigkeiten auf der Ladentheke sind im Stil der 50er: Süße Lutschmuscheln.

Bisher hat „Peggy Sue Frankfurt“ am Sandweg 61 nur freitags und samstags von elf bis 19 Uhr geöffnet. Das soll sich aber ändern, sagt Henn: „Ich plane in Zukunft häufiger zu öffnen, denn es gibt ja offensichtlich genug Menschen in der Region, die dieselbe Mode mögen wie ich.“

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