Am 6. Oktober gilt´s: Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Eschborn

Zweikampf ums Rathaus

Diese beiden kämpfen um den Sessel des Rathauschefs: Amtsinhaber Wilhelm Speckhardt (links) und der Erste Stadtrat Mathias Geiger. Am 6. Oktober kommt es zur Stichwahl. Fotos (2): nh

Deutschland hat seine Wahl getroffen. Ganz Deutschland? Nein. In Eschborn müssen die Bürger nochmal an die Urnen, um einen Bürgermeister zu wählen. Von Dirk Beutel

Eschborn – Wer soll die reichste Stadt in Hessen in Zukunft leiten? Wer steht näher am Bürgerwillen, wer hat Mut für notwendige Veränderungen? Zumindest für Noch-Amtsinhaber Wilhelm Speckhardt (CDU) und den Ersten Stadtrat Mathias Geiger geht es nach dem Wahlergebnis vom 22. September in die zweite Runde. Speckhardt erreichte 35,5 Prozent der Stimmen, FDP-Mann Geiger, der als Unabhängiger die Wahl angetreten hat, kam auf 31 Prozent. Sozialdemokrat Adolf „Adi“ Kannengießer schaffte nur 20,3 Prozent, Michael Bauer (unabhängig) kam auf 7,6 Prozent. Der FWE-Fraktionsvorsitzende Bernd Kuhn (3,7) und Susann Möller von den Piraten (1,9 Prozent) waren die Schlusslichter.

Noch vor sechs Jahren setzte sich Speckhardt im ersten Wahlgang mit 59 Prozent der Stimmen gegen Reinhard Birkert, (33 Prozent) und Thomas Matthes (acht Prozent) durch. „Es war wie erwartet schwer. Gegen fünf Kandidaten musste es schließlich zu einer Stichwahl kommen“, sagt Speckhardt, der für die nächsten Tage noch einmal volles Programm angekündigt hat und den Kontakt zum Bürger sucht. „Zu meinen Schwerpunkten gehört, dass Eschborn seine Sozial- und Wirtschaftskraft behält, dafür habe ich zwölf Jahre gearbeitet, und das soll auch weiterhin so bleiben“, sagt Speckhardt. Auf dessen Agenda stehe ebenfalls der Neubau bezahlbarer Wohnungen und die Verbesserung bei der Kinderbetreuung.

„Uns geht es super gut, und ich bin der Garant dafür, dass es so bleibt. Dazu gehören vor allem die sozialen Dinge wie niedrige Gebühren bei Kanal, Wasser oder beim Straßenbau.“

Etwas optimistischer über sein Wahlergebnis hat sich FDP-Mann Mathias Geiger gezeigt: „Es ist ja mein erster Wahlkampf. Insofern bin ich mit dem Ergebnis hochzufrieden. Das war ein echter Vertrauensbeweis.“ Geigers Plus auf das er setzten kann: Nicht nur, dass er ein waschechter Eschborner ist, er kennt die Verwaltung genauestens.

Was sein Programm für die nächsten Tage anbelange, setzt Geiger ebenfalls auf Bürgernähe: „Ich werde versuchen, so viele Bürger wie möglich anzusprechen, um den 6. Oktober ins Gedächtnis zu rufen, da die Wahlbeteiligung sehr wahrscheinlich viel geringer ausfallen wird.“ Für Eschborn will er das Niveau bei Steuern, Gebühren, Abgaben halten, „vielleicht kann man sogar an manchen Stellen etwas absenken“.

Auch an das Thema Infrastruktur will der Erste Stadtrat ran. „Die Kinderbetreuung muss optimiert werden, und es soll ein neues Schwimmbad und eine neue Stadthalle in der Innenstadt geben. Die alte hat zwar ihren Charme, aber wir brauchen für die Vereine einen großen barrierefreien Saal im Erdgeschoss“, sagt Geiger: „Dafür muss aber kein Rathaus abgerissen werden. Die Verwaltung kann unbestritten weiter dort arbeiten.“

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