Zwei Kelter-Experten setzen sich ein

Apfelwein: Museen für Frankfurt und Hanau geplant

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Derzeit eine Baustelle: Im Rats- und Römerkeller planen Günter Possmann und sein Verein das erste Deutsche Apfelweinmuseum. 

Frankfurt/Hanau – Seit fünf Jahren will der Förderverein Deutsches Apfelweinmuseum um Günter Possmann ein Eppelwoi-Museum in Frankfurt eröffnen. Nun möchte noch ein weiterer Kelterer ein kleines Apfelwein-Museum aufmachen – allerdings in Hanau. Von Katrin Greschner

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Spanien, Frankreich und England: Alle haben Apfelweinmuseen – nur in der Apfelwein-Hochburg Hessen gibt es keins. Zwei Vereine aus der Region wollen das ändern: Der Förderverein des Deutschen Apfelweinmuseums und das Apfelwein Centrum Hessen (ACH). Allerdings wollen sie die Museen in verschiedenen Städten realisieren. Das erste Apfelweinmuseum Deutschlands wollen Förder- und Trägerverein des Deutschen Apfelweinmuseums in Frankfurt, der selbst ernannten „Welthauptstadt des Apfelweins“, errichten. 

Bis 2008 beherbergte das Historische Museum in Frankfurt einige Exponate rund um den Apfelwein. Nach dessen Umbau fand das Thema dort jedoch keinen Platz mehr. Günter Possmann, Frankfuter Apfelwein-Experte, half damals, die Exponate aus dem Museum zu tragen: „Wertvollere Exponate lagern seitdem bei der Stadt. Größere Teile, wie die Apfelweinpressen, sind seit neun Jahren in unserer Kelterei untergebracht.“Damals entsteht die Idee eines eigenen Museums für den Apfelwein. Bereits 2012 wird ein Förderverein gegründet, der heute über 100 Mitglieder zählt. Bisher scheiterte das Projekt jedoch an der Finanzierung und an ungeeigneten Räumlichkeiten. „Es geht nur schleppend voran“, sagt Günter Possmann. 

Apfelweinmuseum soll in Römer- und Ratskeller

Die neueste Idee: Ein Apfelweinmuseum in Rats- und Römerkeller, gegenüber der Frankfurter Paulskirche. Der Verein hat dafür bereits ein Konzept erarbeitet. Finanziert werden soll das Projekt, das auf 1,3 bis 1,5 Millionen Euro Anschaffungs- und Ausbaukosten beziffert wird, durch Fördergelder: „Von verschiedenen Stiftungen haben wir bereits mehrere hunderttausend Euro zur Verfügung gestellt bekommen“, sagt Robert Theobald, Vorsitzender des Fördervereins des Deutschen Apfelweinmuseums. Laufende Kosten sollen durch Eintrittsgelder und Verkaufserlöse gedeckt werden. Mehrere Gastronomen hätten bereits ihr Interesse bekundet, sagt Theobald. 

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Der Verein hoffe nun, dass die Stadt die Kosten für den Rückbau der Großküche in dem Gebäude übernimmt. Doch im Römer will man sich dazu nicht äußern. „Bislang ist das Apfelweinmuseum nur eine Idee. Deshalb kann ich momentan auch nichts Neues sagen“, sagt Stadtrat Jan Schneider, zuständiger Dezernent fürs Liegenschaftsamt der Stadt Frankfurt. Auch Frankfurts Ordnungsamtssprecher Michael Jenisch weiß davon nichts: „Im Ordnungsamt ist das Apfelweinmuseum bisher kein Thema.“ „Es haben sich bisher noch keine Gespräche ergeben. Dezernentin Ina Hartwig steht dem Projekt aber durchaus wohlgesonnen gegenüber“, sagt Jana Kremin, Sprecherin des Dezernats für Kultur und Wissenschaft. 

Apfelwein-Centrum im Main-Genuss-Laden

Während die Museumspläne in Frankfurt weiter auf Eis liegen, ist man in Hanau einen Schritt weiter: Wenn alles klappt, soll dort noch in diesem Jahr das Apfelwein-Centrum entstehen. Dafür setzt sich das ACH gemeinsam mit ihrem Vorsitzenden Jörg Stier von der Kelterei Stier ein. Passende Räumlichkeiten wurden bereits gefunden: Der 2016 eröffnete Main-Genuss-Laden in Hanau sowie eine Lagerhalle von rund 40 Quadratmetern sollen als Ausstellungsfläche dienen. „Wir wollen den Besuchern die Basics der hessischen Apfelweinkultur präsentieren“, sagt Stier. Weitere Highlights sollen der größte Bembel und das größte Gerippte der Welt werden. Auch die Finanzierung steht bereits: Der Landkreis und die Stadt Hanau wollen die Umbauarbeiten tragen. Als Konkurrent der Frankfurter Pläne sieht Jörg Stier sich nicht: „Unser Ausstellungsraum soll ergänzend zum Apfelweinmuseum entstehen.“

Weitere Informationen zu den Ausstellungskonzepten gibt’s unter www.deutsches-apfelweinmuseum.de und unter www.apfelwein-centrum-hessen.de.

Kürzlich hat in Frankfurt das Geldmuseum wiedereröffnet. Der Hingucker: Ein Goldbarren im Wert von 440.000 Euro.

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