Die Zukunft bringt Hochwasser in der Region

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Erforscht das Klima: Professor Bodo Ahrens von der Uni Frankfurt.

Region Rhein-Main – Der Klimawandel wird sich in den kommenden Jahren überall bemerkbar machen. Auch im Rhein-Main-Gebiet. Vor allem die Temperatur wird ansteigen  – und im Winter das Hochwasser-Risiko. Von Julia Renner

Professor Bodo Ahrens beschäftigt sich seit Jahren mit den Veränderungen des Klimas. An der Goethe-Uni Frankfurt lehrt der 44-Jährige und untersucht das Klima der Region. Verschiedene Modelle sagen voraus, dass das Rhein-Main-Gebiet in einer guten Lage ist, sagt er. Allzu starke Veränderungen erwartet er nicht.

Allerdings ist für den Professor klar, dass die Temperaturen steigen werden. „Es wird mildere Winter geben und im Sommer weniger Niederschläge“, sagt Ahrens. Dafür wird es in der kalten Jahreszeit mehr regnen. Der Temperaturanstieg und die häufigen Niederschläge im Winter ergeben zusammen ein höheres Hochwasser-Risiko. Dass sich Frankfurt schon an die Situation angepasst habe, zeige die Feuerwehr: Mit der Anschaffung portabler Hochwasserschutzwände. Main und Nidda werden von steigenden Pegelständen künftig am meisten betroffen sein. In den dortigen Flussniederungen sollte also kein Bauland mehr ausgewiesen werden, so der Rat des Professors. Wer bereits in einem solchen Gebiet wohne, sollte sich auf häufigere Hochwasser vorbereiten.

Schlecht fürs Klima, gut für die Umwelt

Aber nicht nur Menschen werden von den Änderungen des Klimas betroffen sein. Auch einzelne Tier- und Pflanzenarten könnte es treffen. Tiere im Taunus beispielsweise, die in der kühleren Luft auf Erhöhungen leben, könnten nicht ausweichen, wenn die Temperaturen steigen.

Mensch und Tier werden künftig mit weniger normalen und mehr extremen Tagen zurechtkommen müssen – ob kälter oder wärmer. Gegensteuern lasse sich lokal nicht, sagt Ahrens. „Der Einzelne hat wenig Einfluss. Es ist ein globales Problem.“

Keine Auswirkung auf globaler Ebene hat daher auch die Umweltzone Frankfurts. Im Gegenteil: Die Abgase der Autos seien zwar ungesund, aber auch gute Rückstrahler. Die Schmutzpartikel würden das Sonnenlicht reflektieren und so zumindest ein Stück weit verhindern, dass sich die Erde weiter aufheizt. Gleiches gelte für die Filter in Industrieanlagen. Entfernen sollte man sie trotzdem nicht, warnt Bodo Ahrens. „Sie sind zwar schlecht fürs Klima, aber gut für die Umwelt.“Lokale Verschmutzung hat lokale Auswirkung

Egal, welche Maßnahmen noch getroffen werden: „Es wird auf jeden Fall wärmer.“ Geschätzt etwa vier Grad in Deutschland bis Ende des Jahrhunderts. Auch, wenn sich das nicht mehr verhindern lässt: „Das darf keine Ausrede sein.“ Jeder sollte sich Gedanken um die Umwelt machen. Denn die lokale Umweltverschmutzung hat auch lokale Auswirkungen.

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