Zimmer frei? Studi-Lawine rollt jetzt nach Offenbach

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Alles ratzekahl abgerissen: Wer als Student in Frankfurt eine bezahlbare Bleibe sucht, hat zur Zeit schlechte Karten.

Region Rhein-Main – Die Studenten-Lawine rollt aus Frankfurt nach Offenbach und Umgebung. Weil sich in diesem Jahr wegen G8 und Aussetzung der Wehrpflicht wesentlich mehr Studenten an der Goethe-Uni angemeldet haben, wird in Frankfurt der Wohnraum an bezahlbaren Studi-Buden knapp. Von Christian Reinartz

Endgültige Zahlen gibt es bisher nicht, weil viele Studenten sich an mehreren Unis beworben haben. Aber eines ist schon jetzt klar: „Die Masse der Studenten ist in diesem Jahr viel größer als sonst“, sagt Ulrike Jaspers, eine Sprecherin der Uni Frankfurt. Eine Momentaufnahme zeigt die Dimension. Statt wie im vergangenen Wintersemesters 48.000 Anmeldungen, stehen in diesem Jahr 62.000 auf der Liste. „Und die Anmeldefristen sind noch nicht mal zu Ende“, sagt Jaspers.

Das Problem: In diesem Jahr stranden das erste Mal die doppelten Abitur-Jahrgänge von G8 und G9 an der Uni. Dazu kommt der Wegfall der Wehrpflicht.

Eine gute Alternative

Diese Konstellation sorgt also nicht nur für überfüllte Hörsäle und überlastete Lehrkräfte, auch der Wohnungsmarkt im bezahlbaren Segment wird durch die Studentenflut bis an den Anschlag strapaziert.„Hier ist alles weg, was einigermaßen bezahlbar ist“, weiß Katrin Wenzel, Sprecherin des Frankfurter Studentenwerks, das auch für die Studenten der Offenbacher Hochschule für Gestaltung zuständig ist.

Schuld daran sei die Modularisierung der Studiengänge als Folge des Bologna-Prozesses. Sie erfordert konzentrierten Studieneinsatz und lässt so gut wie keinen Raum, den ohnehin schmalen Etat bei Studenten durch Nebenjobs aufzubessern, um sich auf dem freien Wohnungsmarkt einmieten zu können.

Einziger Ausweg: Sie ziehen nach Offenbach oder in die umliegenden Städte des Kreises Offenbach. Dort sind die Mieten billiger. Aber man braucht trotzdem nur ein paar Minuten mit den Öffentlichen zum Campus. Wenzel: „Offenbach ist eine gute Alternative. Da ist der Anfahrtsweg kürzer, als aus so manchem Frankfurter Stadtteil.“Wegen der Wohnungsknappheit hat das Studentenwerk eine Internet-Kampagne gestartet. Unter

www.wohnraum-gesucht.de können Vermieter Wohnungen und Zimmer auf den letzten Drücker anbieten.

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