Zieleinfahrt mit Brechdurchfall

Auf den Straßen Indiens herrscht das Gesetz des Stärkeren. Janos Bugler (hinten) und Uwe Naßler werden von einem Elefanten von der Straße gedrängt.

Mühlheim/Jaisalmer – Einmal quer durch Indien. Die Mühlheimer Freunde Janos Bugler und Uwe Naßler haben beim Rigshaw Run 2500 Kilometer in zwei Wochen zurückgelegt. Ihr Fazit: Ein geniales Abenteuer. Von Dirk Beutel

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Mittlerweile sind sie zu echten Rikscha-Experten avanciert. Ein verstopfter Vergaser, eine festgefahrene Bremse, ein gelöster Gaszug, ein geplatzter Reifen und so weiter und so fort. Für Janos Bugler und Uwe Naßler sind das nur noch Lappalien: „Drei Tage haben wir gebraucht, bis wir wussten, an welcher Schraube wir drehen müssen“, sagt Janos Bugler. Er und Kumpel Uwe Naßler haben den Rigshaw Run quer durch Indien, vom nordwestlichen Jaisalmer bis ins südlich gelegene Cochin, heil überstanden. Zwei Wochen waren sie auf Achse: Jeden Tag 250 Kilometer in acht Stunden bewältigen.
Aber nicht nur an ihr sieben PS-starkes Gefährt mussten sich die beiden gebürtigen Mühlheimer erstmal gewöhnen – auch der Verkehr hatte es in sich: „Nach dem vierzigsten Geisterfahrer haben wir aufgehört zu zählen“, sagt Bugler: „Dort auf den Straßen zählt nur das Gesetz des Stärkeren. Wer nicht warten will, muss sich sein Recht einfach nehmen.“

Dagegen ließ eine typisch indische Reisekrankheit nicht lange auf sich warten: Delhi Belly. Besser bekannt als Brechdurchfall. Der stellte sich etwa auf der Höhe von Ankleshwar, einer von Nebel und Smog getränkten Industrieregion.

Wieder daheim: Uwe Naßler und Janos Bugler

Doch auf ihrer Reise haben die beiden einige traumhafte Orte besucht: Die blaue Stadt Jodhpur, Goa oder Om Beach. Vor allem im touristischen Goa kamen die beiden Abenteurer kulinarisch auf ihre Kosten: „Tagelang hatten wir nichts anderes gegessen als indisches Curry. Die Filiale einer großen Pizzeria-Kette war für uns die Rettung“, sagt Bugler.
Die Reise hat sich doppelt gelohnt: Mit ihrer Teilnahme am Rigshaw Run haben die beiden 31-Jährigen über 1000 englische Pfund an Spenden für die Organisation Frank Water gesammelt. Eine Organisation, die sich auf die Bereitstellung von Wasseraufbereitungsanlagen in strukturschwachen Teilen des Landes spezialisiert hat. Außerdem wollten Naßler und Bugler einen ungeschönten Blick auf Indien. Und den haben sie auch bekommen: „Ein wunderschönes Land mit unglaublich freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Allerdings fiel auf, dass die Inder mit ihrem Abfall nicht klarkommen. Es gibt so viele Müllberge, dass sogar Kinder darin spielen“, erinnert sich Bugler.

Übrigens: Ursprünglich wollte auch Kumpel Daniel Kilian beim Rigshaw Run dabei sein, doch die Arbeit machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Für Janos und Uwe aber kein Beinbruch: „Auf so etwas waren wir vorbereitet. Schließlich haben wir den Trip vor einem Jahr schon geplant. Und wer kann schon wissen, was in einem Jahr passiert“, sagt Bugler. Aber eins weiß er genau: „Der nächste Urlaub wird definitiv erholsamer.“

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