Shoppingmals boomen

Einkaufszentrum oder Zeil: Wo lässt es sich in Frankfurt besser shoppen?

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Im Hessen-Center geht es gemütlich zu. Dennoch werden immer mehr Einkaufszentren gebaut.

Frankfurt – Einkaufszentren boomen. Die Betreiber vergrößerten das Main-Taunus-Zentrum und auch das Hessen-Center soll wachsen. Zusätzlich entsteht im Europaviertel das Skyline Plaza für 360 Millionen Euro. Die Betreiber reagieren damit auf die gut besuchte Einkaufsmeile Zeil. Von Angelika Pöppel

Die Innenstadt ist bei den Kunden beliebt.

Mit dem Bau und der Modernisierung von Einkaufszentren liegt die Region voll im Trend. Denn auch bundesweit sollen 43 neue Zentren bis 2014 entstehen und 21 modernisiert werden. Das ergab eine Studie der Marktforschung GfK Geomarketing. Den Grund dafür sieht Hans-Peter Laux, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Frankfurt, in der Konkurrenz. „Die Zeil in der Innenstadt ist in den letzten Jahren moderner und attraktiver geworden“, sagt Laux. Auch das Einkaufszentrum MyZeil habe dazu beigetragen, dass die Einkaufsmeile so erfolgreich ist. „Die Betreiber des Main-Taunus-Zentrums mussten nachziehen“, sagt er. Durch die Erweiterung auf 97.000 Quadratmeter ist das Zentrum in Sulzbach mit 170 Läden das Größte in ganz Hessen. Und die geplante Vergrößerung des Hessen-Centers um 11.000 Quadratmeter sei wiederum auch eine Reaktion auf die Konkurrenz durch das Main-Taunus-Zentrum.

Anspruchsvolle Konsumenten

Weil die Konsumenten anspruchsvoller geworden sind, müssen Einkaufszentren-Betreiber reagieren,“ sagt Laux. Die Umsätze im Einzelhandel sind zwar hoch, doch steigen sie seit Jahren nicht mehr. Deshalb kämpfen Zentren und die Innenstadt um jeden Kunden. Laut GfK Geomarketing kalkulieren Betreiber auch doppelt soviel Restaurantfläche ein als noch vor zehn Jahren, damit sich die Kunden länger im Zentrum aufhalten.

Der Trend geht auch zu Zentren in der Stadt, wie das vor zwei Jahren eröffnete MyZeil und das geplante Skyline Plaza im Europaviertel. Alle bundesweiten Projekte von Einkaufstempeln entstehen in den nächsten Jahren in den Innenstädten und den Stadtteilen, so die Studie von GfK Geomarketing. Denn „bundesweit gibt es Beispiele für Einkaufszentren weit außerhalb der Städte, die nicht funktionieren“, sagt Laux. Auch das Loop5 in Weiterstadt hat sich nicht als starker Konkurrent zur Darmstädter Innenstadt entwickelt. Ältere Zentren, die außerhalb liegen, müssen reagieren. Die Betreiber versuchen die Kunden deshalb, mit einem riesigen Angebot zu locken. „Zentren sind keine Selbstläufer mehr, wie noch vor vielen Jahren“, sagt Laux und fasst zusammen: „Was vor zehn Jahren gut war, ist es heute einfach nicht mehr.“

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