Zensus 2011: Wer sich weigert, muss 300 Euro Strafe zahlen

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Zehn Prozent der Deutschen machen beim Zensus mit.

Taunus – Ab Montag, 9. Mai, wird nachgezählt, wie viele Einwohner Deutschland eigentlich hat, welcher Religion sie angehören und ob sie Single oder verheiratet sind. Warum die Ausgewählten mitmachen müssen und welche Frage nicht beantwortet werden muss, sagt Berthold Müller vom Statistischen Landesamt. Von Julia Renner

Zehn Seiten müssen die zehn Prozent der Deutschen durchackern, die für den Zensus auserkoren wurden. Gefragt wird unter anderem nach dem Familienstand, der Religion, welche Staatsangehörigkeit man hat und in welchem Beruf man arbeitet.

Eine Möglichkeit für die Auserwählten, nicht an der Befragung teilzunehmen, gibt es nicht, sagt Berthold Müller. Er leitet beim Statistischen Landesamt die Abteilung, die den Zensus in Hessen durchführt. Wer nach dem komplizierten mathematisch-statistischen Verfahren ausgewählt wurde, muss sich an die Auskunftspflicht halten. Wer das nicht macht, bekommt zunächst eine Abmahnung, schließlich wird ein Zwangsgeldverfahren eingeleitet. 300 Euro muss zahlen, wer trotz Aufforderung nicht mitmacht. Freikaufen von seiner Pflicht könne man sich jedoch nicht, sagt Müller. Wer Strafe gezahlt hat, muss danach trotzdem die Fragen beantworten.

Ergebnisse im November 2012

Eine Frage gibt es jedoch, die nicht beantwortet werden muss: Die nach der Religionsgemeinschaft. „Die Beantwortung dieser Frage ist freiwillig“, sagt Müller.

Statistiker Berthold Müller. F.: nh

Befragt werden die Bürger bis zum 2. August. Nächstes Jahr im November stehen dann die Ergebnisse fest. Dann wissen die Statistiker, wie gut die Deutschen ausgebildet sind und wie viele Einwohner Deutschland wirklich hat. Schon jetzt geht Müller davon aus, dass die Einwohnerzahl leicht nach unten korrigiert werden muss.

Bei der Auswertung spielt der Datenschutz eine wichtige Rolle. Damit keine Angaben aus den Statistischen Landesämtern nach außen gelangen, wird anonym ausgewertet.„Wir werden auch ständig vom Datenschutzbeauftragten kontrolliert.“ Die Interviewer, die im ganzen Land unterwegs sind, können sich übrigens als solche ausweisen mit speziellen Bescheinigungen.

Der nächste Zensus erfolgt dann wieder in zehn Jahren. Denn seit kurzem orientiert sich Deutschland an einer EU-Empfehlung und will die Befragung regelmäßig alle zehn Jahre durchführen.

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