Ritter und Gaukler in der Stadt

Zeitreise ins Mittelalter: Bald ist wieder Martinsmarkt in Dieburg

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Auch der Alchimist gehört zum historischen Teil des Dieburger Martinsmarkts.

Dieburg – Wenn Scheren noch mit Muskelkraft geschliffen werden, Martinsgänse in ihrem Gatter schnattern und fast ausgestorbene Berufe wie Punzierer wieder zum Leben erweckt werden, dann ist wieder Martinsmarkt in Dieburg. Von Jens Dörr

Die 28. Auflage des vom Dieburger Gewerbeverein veranstalteten Treibens in der Innenstadt und im Fechenbach-Park steigt am kommenden Wochenende vom 8. bis 10. November.

Eine Woche später als gewohnt – der Stammtermin ist das erste November-Wochenende – hat Marktmeister Alois Ostner nicht nur die Gastronomie- und Verkaufsstände in der Fußgängerzone und auf dem Marktplatz organisiert, sondern auch ein musikalisches Rahmenprogramm mit der Gruppe „Saytensprung“ und das Abschlusskonzert der Freien Sängervereinigung Dieburg mit der Langener Trommelgruppe „Nanju Fo“ am Sonntag um 20 Uhr in der Stadtpfarrkirche auf die Beine gestellt.

Handwerker, Gestalten und Vorführungen im Fechenbach-Park

Vor allem aber lebt im historischen Marktteil im Fechenbach-Park das Mittelalter wieder auf. Dort gibt es in authentischem Ambiente Handwerk früherer Jahrhunderte, altertümlich gewandete Gestalten und kunstvolle Vorführungen diverser Art zu sehen. „Unter anderem wird ein Scherenschleifer da sein, der mit einer fußbetriebenen Schleifmaschine arbeitet“, sagt Ostner. Alljährlich prägen die Dieburger zudem Münzen in Gold, Silber oder Zinne – diesmal mit der Orgel in der Wallfahrtskirche als Motiv. Zu lauschen lohnt es sich bei Berthold, dem Erzähler. Morphisto Design führt altes Lederhandwerk vor, lässt die im Zeitalter maschineller Fertigung fast vergessenen Künste der Punzierer – also der Prägung von Leder – wieder lebendig werden. Die Seilerei Joachim Borgolte führt Springseile vor und produziert solche gemeinsam mit den Kindern. Die müssen sich auch vor dem als düster geltenden Mittelalter auf dem Dieburger Markt nicht fürchten, denn für die heitere Seite wird durch Jongleure wie Hofnarren ebenfalls gesorgt.

Um 15 Uhr eröffnet Werner Thomas den Markt

Vor dem Besuch merken sollte man sich unter anderem die Marktzeiten: Am Freitag, 8. November, wird der 28. Dieburger Martinsmarkt um 15 Uhr von Ostner, Bürgermeister Werner Thomas und Landrat Klaus Peter Schellhaas auf der Bühne vor dem Rathaus eröffnet. Freitags und samstags ist wie auch zuletzt das offizielle Marktende für 21 Uhr vorgesehen – in der Regel haben viele Buden aber deutlich länger geöffnet. Beginn am Samstag, 9. November, ist um zehn Uhr, am Sonntag, wenn offiziell um 20 Uhr Schluss ist, nimmt der Markt ab elf Uhr Fahrt auf. Der Sonntag ist in der Innenstadt zwischen 13 und 18 Uhr zudem wieder verkaufsoffen.

Eingebunden sind neben den Dieburger Geschäftsleuten erneut nicht nur auswärtige Schausteller, Künstler und Gastronomen, sondern auch wieder einige Dieburger Gruppen und Vereine. Die Prinzengarde und auch die ein oder andere Fastnachtsgruppe öffnen Stände. Der Heimatverein lädt für Sonntag von 14 bis 16 Uhr in den Mühlturm zur kleinen historischen Erlebnisreise ein.

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