Strafmaß verdoppelt Forderung 

Zehn Jahre Haft für Mordversuch in Frankfurter Kiosk

Frankfurt - Weil er sein Opfer mit einem Schal fast getötet hat, ist ein 51 Jahre alter Mann heute in Frankfurt zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Damit verhängte die Schwurgerichtskammer eine fast doppelt so hohe Strafe, wie von der Staatsanwaltschaft gefordert. 

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Der Vorfall hatte sich bereits im Juni 2014 an einem Kiosk in der Frankfurter Römerstadt ereignet, an dem sowohl der Angeklagte als auch das Opfer Bier tranken. Nachdem sich der 45-Jährige mit einer Frau unterhalten hatte, kam der Angeklagten plötzlich mit einem Schal und zog ihn von hinten fest um den Hals des Opfers, das nach wenigen Sekunden bewusstlos zu Boden ging. Während andere Kioskgäste versuchten, den Schal zu lockern, trank der Täter seelenruhig weiter Bier. Einem der Gäste gelang es, den Schal noch rechtzeitig vom Hals des Opfers zu lösen.

Laut Urteil war das Opfer zum Zeitpunkt des Angriffs „arg -und wehrlos“. Auch der Grund für die Attacke sei vollkommen nichtig. Nur weil er die Frau als seinen Besitz angesehen habe und deshalb die Unterhaltung mit dem späteren Opfer unterbinden wollte, habe er sich „zum Herrn über Leben und Tod gemacht“. Das Landgericht verurteilte ihn wegen versuchten Mordes. Zudem ordnete es die Teilnahme an einer Alkoholtherapie an.

Im Strafmaß lag die Schwurgerichtskammer weit über dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die keinen Tötungsvorsatz gesehen und deshalb lediglich fünf Jahre und zehn Monate Haft gefordert hatte. dpa/lhe/skk

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Rubriklistenbild: © dpa

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