Es zählt Schönheit statt Größe

+
Weihnachtsbaumverkäufer haben jetzt viel zu tun.

Region Rheinmain – Die Weihnachtsbäume werden knapp – und teurer. Das sagen Marktexperten für den nun startenden Verkauf voraus. Gründe dafür sind, dass weniger Tannen und Fichten gepflanzt worden sind, die Nachfrage nach Tannenbäumen aber gestiegen ist, da es einen Trend zum Zweit-Baum gibt: Einen für die Terrasse, einen fürs Wohnzimmer. Das führt zu natürlichen Engpässen. Denn es dauert sieben bis acht Jahre, bis ein Baum eine ordentliche Größe hat, erläutert Fachmann Franz Korn aus dem Spessart. Von Norman Körtge

Vor allem die beliebte Nordmann-Tanne sei knapp, berichtet Korn, der seine Bäume im Jossgrund, ohne Chemie zu verspritzen, ökologisch anbaut, schlägt und in der Region verkauft. Dass die Bäume allerdings um zehn Prozent teurer als im Vorjahr werden sollen, wie der Hauptverband der Holzindustrie prophezeit, glaubt Korn nicht. „Vielleicht ein Euro pro Baum, wenn überhaupt“, meint er. Außerdem würden seine Kunden mehr auf Qualität und Frische, als auf den Geldbeutel achten. „Die wissen, dass ich kein Supermarkt bin“, ergänzt Korn.

Ähnlich sieht es Norbert Emig aus dem Odenwald. Er könnte mehr Bäume verkaufen, müsste dafür aber über Händler selbst erst einmal Bäume ankaufen. „Aber das ist nicht meine Philosophie. Ich denke langfristig und nicht ans schnell verdiente Geld“, sagt Emig. Dass die Menschen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten am Christbaum sparen, glaubt er nicht. „Das ist ja kein Produkt, das man wöchentlich kauft, wie etwa einen Ring Fleischwurst, sondern nur einmal im Jahr“, so der Odenwälder. Dass der Preis für den Meter Baum steigen soll, interessiert ihn wenig. Er lege die Preise nach Schönheit und nicht mit dem Meterstab fest. Frische Ware ist für ihn das beste Verkaufsargument.

Auf die Frische setzt auch Michael Löber, stellvertretender Leiter des Forstamts Langen. Wenn die Bäume schon viele Wochen vorher geschlagen worden sind – etwa in Dänemark – steigt das Risiko, dass der Baum schon früh anfängt zu nadeln. Deshalb setzt er auf frisch geschlagene Bäume aus der Region. Damit die Bäume bis zum Aufstellen frisch bleiben, hat Löber folgende Tipps: Kühl lagern und die Schnittstelle ins Wasser stellen oder mit einem feuchten Tuch bedecken, damit der Baum nicht austrocknet.

Die absolute Frischegarantie ist allerdings, wenn der Baum in Eigenregie geschlagen wird. Die Möglichkeit dazu besteht am Samstag, 12. Dezember, in Seligenstadt bei der Waldweihnacht rund um Brehms Hütte. Ab zehn Uhr darf dort geholzt werden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare