Stadtteilserie

Besinnlichkeit im Frankfurter Nordend

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Der Günthersburgpark im Frankfurter Nordend lädt zum Spazierengehen und Relaxen ein. Aus fünf Steinfiguren kommt im Sommer Sprühregen zum Abkühlen heraus.

Nordend - Zwischen Polizeipräsidium, Fachhochschule und Cocktailsbars gibt es im Nordend auch ruhige, besinnliche Plätze zum Ausruhen: Der Chinesische Garten und der Günthersburgpark.

Das Frankfurter Nordend hat sich eigentlich seinem Nachbarstadtteil Bornheim zu verdanken – beziehungsweise dessen Eingemeindung, wodurch die Fläche zwischen Stadt und „lustigem Dorf“ zusammengebaut wurde: Das Nordend entstand. Und mit ihm wuchsen Gründerzeitbauten und Boulevards in wilhelminischem Stil aus dem Frankfurter Boden. Roter Sandstein ist der beherrschende Baustoff, der zusammen mit dem Grün des Günthersburgparks, des Bethmannparks und des Parks um das barocke Holzhausenschlösschen – ein Wasserschloss aus dem Jahr 1726/27 – das Nordend zu einem der beliebtesten Frankfurter Stadtteile mit hohem Prominentenanteil macht.

Stille und Besinnlichkeit im Nordend

Die Deutsche Nationalbibliothek und das neue Polizeipräsidium sind hier, der Hessische Rundfunk trotz seines Funkhauses am Dornbusch auch. Der Hauptfriedhof mit den Gräbern berühmter Frankfurter und der Chinesische Garten im Bethmannpark bringen Stille und Besinnlichkeit in das angesagte Viertel zwischen Alleen- und Anlagenring. Fachhochschule, Musterschule und die ehemals größte jüdische Schule Frankfurts, das Philanthropin, schreiben und schrieben Frankfurter Bildungsgeschichte – und deswegen gibt es nur hier eine Apfelweinkneipe mit angeschlossenem Theater (Stalburg). Gourmets und Nachtschwärmer schätzen das Nordend für seine Vielzahl gehobener Wein- und Cocktailbars sowie Restaurants internationaler Ausrichtung.

Shoppen auf der Berger Straße

Zum Shoppen lädt die Berger Straße ein. Sie wird von den Bornheimern liebevoll „Bernemer Zeil“ genannt, ist eine beliebte Shopping- und Flaniermeile mit einem vielseitigen Warenangebot. Auf drei Kilometern befinden sich unter anderem Fachgeschäfte, Discounter, Handyläden, Boutiquen, Buchhandlungen, ein Bio-Supermarkt und ein Elektrogroßmarkt. Zudem haben sich Cafes, Kneipen und Apfelweinlokale hier etabliert, so dass die Berger Straße auch in den Abendstunden belebt ist.

Ein wenig China mitten in Frankfurt

„Ein friedlicher Platz zum Ausruhen – In der Stille findet man Kraft zu neuem Denken“, so lautet die Kalligraphie auf einer Tafel am Wasserpavillon des Chinesischen Gartens im Bethmannpark. Und in der Tat strahlt diese außergewöhnliche Anlage eine besondere Ruhe und fernöstliche Ästhetik aus. Umgeben von dicken Mauern und abgeschirmt von der Großstadthektik entspricht der Garten dem Vorbild der berühmten Shiukou-Gärten aus Huizhou. Die Gebäude sind im Stil einfacher Wohnhäuser aus der Provinz Anhui errichtet. In einer Bauzeit von nur fünf Monaten entstand im Jahr 1989 ein 4000 Quadratmeter großer Frühlingsblumenort mit 22 Landschaftsfenstern, einer Marmorbrücke, verschiedenen Pavillons, einem großen Teich und sogar einem Wasserfall. Die Fachleute und Facharbeiter, die die fremdartige Gartenwelt entstehen ließen, kamen ebenso aus China wie große Mengen des kostbaren Materials. Der Ursprung chinesischer Gartenkultur ist im Taoismus zu finden. Aus dem Zwang der weisen Einsiedler, zur Erfüllung ihrer Pflichten in die Städte zu gehen, entstand vermutlich die Idee, die Landschaften in die Gärten zu übertragen. Dabei soll die Harmonie der Welt mit einem ausgewogenen Verhältnis der „sieben Teile“ – Erde, Himmel, Wasser, Steine, Gebäude, Lebewesen und Pflanzen – verdeutlicht werden. Somit sind im Frankfurter Chinesischen Garten auch die typischen prägenden Elemente wie der steinerne Ehrenbogen, die hölzerne „Brücke des halben Bootes“, der „jaspisgrüne Teich“, der „Wasserpavillon des geläuterten Herzens“ und die traditionelle Zickzackbrücke zu finden. red

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