Alter Trend: Wohnhochhäuser boomen in Frankfurt

Rückkehr der Betonklötze in Frankfurt 

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In Frankfurt entstehen immer mehr Wohnhochhäuser, wie das Praedium im Europaviertel, das 2017 fertiggestellt werden soll.

Frankfurt – In den 70er Jahren wurden ganze Hochhäuserblocks in Frankfurt hochgezogen, um Wohnraum zu schaffen. Trotz miesem Image setzt die Stadt heute wieder auf die Betonriesen. Von Angelika Pöppel 

19 Stockwerke hoch, Platz für 244 Mieter: Das Wohnhochhaus Praedium, das bis Sommer 2017 im Europaviertel entsteht, ist Massenabfertigung. Denn auf vergleichsweise kleinem Raum, entsteht Wohnraum für hunderte Menschen. Frankfurter kennen diese Bauweise aus der Nordweststadt, aus Niederrad oder vom Frankfurter Berg aus den 70er und 80er Jahren. Beliebt sind die sozialen Wohnblocks nicht. Der schlechte Ruf eilt ihnen voraus. Doch das Praedium ist anders: „Das Praedium ist kein sozialer Wohnblock, aber auch kein Luxusbau“, sagt Mark Gellert vom Frankfurter Stadtplanungsamt. Die Nassauische Heimstätte bietet hier ausschließlich Eigentumswohnungen zum Kauf an, darunter auch drei Penthäuser mit exklusivem Blick auf die Skyline. Allerdings seien die Preise teilweise sogar unter der üblichen Vergleichsmiete. „3000 Euro kostet der Quadratmeter, das ist vergleichsweise günstig für Eigentum. Die Wohnungen in den oberen Stockwerken sind aber teurer“, sagt Gellert. Die neue Generation der Wohnhochhäuser zeichne sich durch Qualität aus.

Eine Reihe von neuen Wohnhochhäusern entsteht

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In Frankfurt ist der Bau des Praedium-Riesen, der 128 Millionen Euro kostet, kein Einzelfall. „Der Bau von Wohnhochhäusern wird weitergehen“, sagt Gellert. Denn der heutige Grund ist der gleiche, wie vor 40 Jahren: Wohnungen fehlen in Frankfurt. Deshalb entstehen eine Reihe von neuen Objekten. Im ehemaligen Henningerturm in Sachsenhausen wohnen zukünftig hunderte Frankfurter über den Dächern der Altbauten. Auf dem ehemaligen Telekom-Gelände in der Stiftstraße werden neben dem 80-Meter-Turm zwei 40 und 50 Meter hohe Gebäudeteile aus dem Boden gestampft. 180 Wohnungen sollen hier entstehen – ein Drittel davon werde mit öffentlichen Mitteln gefördert und stehe deshalb für Mieter mit geringem oder mittleren Einkommen zur Verfügung. Im geplanten „Westside Tower“ im Europaviertel entstehen auf knapp 70 Metern Höhe 248 Mietwohnungen. Richtig teuer und nur für exklusives Klientel ist dagegen der geplante Luxus-Klotz Axis im Europaviertel. Hier sollen ausschließlich Luxus-Eigentumswohnungen angeboten werden. Zu den speziellen Extras gehören auch ein Concierge und der Hundewaschplatz.

Und auch in Zukunft sollen derartige Hochhäuser in der Innenstadt, an der Messe und im Bankenviertel gebaut werden.

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