Wohlfühl-Quartier muss kühl und dunkel sein

Von Florian GröschSeligenstadt - Die Nächte sind schon eisig, nahe dem Gefrierpunkt. Höchste Zeit, die Pflanzen von Balkon und Terrasse endlich zum Überwintern ins Haus zu holen.

Denn viele mehrjährige Gewächse überstehen nur dort die kalten Monate.

Die regionalen Balkonpflanzenwelt besticht zwar durch Vielfalt, doch vielen Blumen und Sträuchern genügt das Einhalten von ein paar einfachen Regeln, um auch im kommenden Frühjahr wieder zur neuen Blütenpracht ansetzen zu können.

Dieses Regelwerk kennt Gärtnermeister Martin Löwer aus dem Effeff. "Man sollte einen nicht zu warmen, hellen Standort wählen", ist sein erster Tipp. Je kühler die Pflanze steht, umso mehr Dunkelheit erträgt sie. Der Grund ist einfach: "Steht eine Pflanze zu warm, dann geht sie nicht in Winterruhe, versucht, weiter zu wachsen und benötigt dementsprechend mehr Licht", sagt Löwer. Die optimale Temperatur liegt zwischen fünf und zwölf Grad.

Ist das Winterquartier gefunden, geben sich die Pflanzen bescheiden. Kein Dünger ("Mit Düngen hört man schon Ende August bis Mitte September auf") und nur gelegentlich ein Schlückchen Wasser. "Trocken halten, aber nie ganz austrocknen, mäßig und mit Fingerspitzengefühl gießen", rät der Gärtnermeister.

Die Pflanzen können man von einem auf den anderen Tag reinholen, "sie sind durch die kühlen Nachttemperaturen schon abgehärtet". Im Frühjahr, wenn es zurück auf den Balkon geht, ist jedoch etwas mehr Vorsicht geboten. Die Pflanzen hatten lange kein volles Tageslicht und neigen dann schnell zu Sonnenbrand.

Manche Topfpflanze wie der Bambus ist so abgehärtet, dass sie auch im Freien durch den Winter kommt. Das gilt aber nur für die Pflanze, deren Topf sollte eine Jacke bekommen: Einfach mit Vlies oder Luftpolsterfolie einwickeln. Denn wenn es richtig kalt wird, friert der Topf durch, die Pflanze kommt nicht ans Wasser und der Topf könnte zudem platzen. Das Ganze wäre dann nur noch ein Fall für die Gartenmüllabfuhr. "Dazu den Topf geschützt an die Hauswand stellen", sagt Löwer.

Krautige Pflanzen und Sträucher sollten zurückgeschnitten werden, aber nicht zu sehr. Löwer: "Den harten Schnitt macht man im Frühjahr".

Alle im Garten ausgepflanzten Gewächse sind hingegen winterhart und benötigen keine besondere Pflege.

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