Keine Angst vor der 13!

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Die Chance, auf einer Bananenschale auszurutschen, ist 2013 nicht höher als in den Jahren ohne eine 13.

Region Rhein-Main – Das neue Jahr wird nicht unglücklicher als das letzte. Davon ist eine Gruppe Wissenschaftler überzeugt. Die Experten verraten im EXTRA TIPP, warum die Leser vor der Zahl 13 keine Angst zu haben brauchen. Von Jens Dörr

Sie hat Standorte in Metropolen wie Hamburg – und in kleinen Orten wie Roßdorf bei Dieburg: Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften ( GWUP ). Die Gruppe skeptischer Wissenschaftler ist mit Blick auf den Aberglauben rund um die Zahl 13 derzeit ein besonders begehrter Informant: Schließlich hat 2013 begonnen – und viele Menschen haben deswegen Bedenken.

Doch die Roßdorfer Wissenschaftler sind sicher: Alle Ängstlichen dürfen beruhigt sein – sogar an den beiden Freitagen am 13. eines Monats, die es in diesem Jahr geben wird. Diese beiden vermeintlich besonders absoluten Unglückstage müssen niemandem Schauer über den Rücken laufen lassen. Statistiken zeigen, dass sich an einem Freitag, dem 13., nicht mehr Unglücksfälle ereignen als an anderen Tagen. So hat sich zum Beispiel die Zürich-Versicherung die Schadensmeldungen eines Jahres angesehen und ist zu dem Schluss gekommen, dass es an einem Freitag, dem 13., sogar zu besonders wenigen Versicherungsfällen kommt. Generell lagen die Schadensmeldungen an einem 13. des Monats – Wochentag egal – im Jahresmittel.

Unglückszahl erst in den 50er Jahren geboren

Wer einwendet, die Sache mit dem Glauben an den Unglückstag habe eine lange Tradition und schon deshalb müsse etwas dran sein, wird überrascht sein: Erst in den 1950er Jahren wurde der Tag in Deutschland als der Unglückstag schlechthin bekannt. Vor dem Zweiten Weltkrieg kannte man diesen Aberglauben in Deutschland kaum.

Dass sich viele Menschen dennoch an eigene Unglücksfälle an diesem Datum erinnern, liegt am Gedächtnis: Geschieht ihnen an einem Freitag, dem 13., ein Unglücksfall, erinnern sie sich besonders gut daran. Kommt es an einem beliebigen anderen Tag zu dem gleichen Unglück, merken Menschen sich das nicht, weil sie keinen Zusammenhang zwischen dem Tag und dem Ereignis herstellen. Das haben Psychologen herausgefunden.

GWUP-Mitglied Dr. Stephan Bachtler ist Volkskundler und damit Vertreter einer Wissenschaft, die sich besonders stark mit Aberglauben befasst. Ihm zufolge dürfte ein Italiener diesen Artikel und die Gedanken rund um die Zahl 13 mit Befremden lesen: „Bei uns ist die 13 die Unglückszahl, in Italien ist es die 17 und in Shanghai die 4. Für alle diese Meinungen gibt es kulturelle Begründungen und Herleitungen“, sagt Bachtler. Hotels in Rom oder Mailand können also getrost Zimmernummer 13 vergeben.

Doch auch, wenn die Statistik Entwarnung gibt: Im neuen Jahr wird es wieder Pleiten, Pech und Pannen geben. Und zwar genauso wie in jedem anderen Jahr auch.

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