Wird der Schweizer Platz zur Steinwüste?

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Der Entwurf des beauftragten Architektenbüros zeigt, wie der Platz in Zukunft aussehen könnte.

Frankfurt – Der Schweizer Platz ist ein beliebter Treffpunkt. Dennoch soll der Platz neu gestaltet werden, so will es die CDU in Sachsenhausen. Die Bürger fühlen sich übergangen, auch Christoph Markowitz. Er kämpft gegen eine kahle Steinwüste. Von Angelika Pöppel

„Ich finde den Schweizer Platz schön, wie er ist“, sagt Christoph Markowitz aus Sachsenhausen. Der Entwurf des Architektenbüros Landes & Partner sieht allerdings eine völlige Umgestaltung des Platzes vor. Dieser wird von Teilen der CDU unterstützt. Bänke, Bäume, Kiosk und Vorgärten sollen für mehr Freifläche weichen. Die teuren Bauarbeiten hält die FDP „nicht für notwendig.“ Die SPD kritisiert: „Bürgerbeteiligung geht anders.“ Die CDU habe den Entwurf ohne jede Abstimmung mit den Bürgern vorgestellt.

Der Entwurf zeigt einheitliche Markisen der Gastronomen, einheitliche Gemüsestände und einen einheitlichen Bodenbelag. Dadurch soll der Platz unverkennbar werden. Die Vorgärten verschwinden, damit die Häuserfassaden näher an den Platz rücken. „Der Platz soll übersichtlicher werden“, sagt Farid Schroeter von Landes & Partner.

Sachsenhäuser sind nicht einverstanden

Doch eine Verschönerung ist das für viele Sachsenhäuser nicht. Im Gegenteil: Frankfurter äußern sich im Internet gegen die teure Umgestaltung und gegen einen bepflasterten Platz ohne Blumen und Pflanzen. Auch Markowitz will verhindern, dass aus dem Schweizer Platz eine Steinwüste wird. Doch das Problem sei die Straßenbahn, die über den Platz fährt. „Eine Umgestaltung macht erst Sinn, wenn die Bahn umgeleitet wird“, sagt Markowitz. Doch das würde die Kosten extrem in die Höhe treiben. Deshalb wünscht sich der 38-Jährige, dass die Politiker nur kleine Verschönerungen vornehmen, statt den ganzen Platz umzukrempeln. Dafür genüge es mehr Sitzgelegenheiten aufzustellen und Blumen zu pflanzen sowie den Schilderwald auszumisten. Doch die Politik berücksichtige die Wünsche der Bürger nicht. Deshalb will Markowitz darauf aufmerksam machen und die Anwohner mobilisieren. Diskussion im Internet unter

www.frankfurt-gestalten.de.

Kommentare aus dem Internet zur Umgestaltung des Schweizer Platzes:

„Ohne eine neue Verkehrsplanung bleibt der große Wurf aus.“

„Wir haben kein Geld in der Kasse, dennoch wird Geld für unsinnige Bauvorhaben verschwendet.“

„Es wird über die Köpfe der ahnungslosen Sachsenhäuser hinweg entschieden.“

„Die Begrünung und die schönen Bäume dürfen auf keinen Fall geopfert werden.“

 

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