Sie will die tollste Torte Deutschlands backen

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Glücksschweine: Nicole Seyfritz mit selbstgemachten Marzipanschweinchen.

Obertshausen – Ob Hochzeit, Geburtstag oder Junggesellenabschied: In ihrer kleinen Kreativwerkstatt entstehen echte Unikate. Die gelernte Werbekauffrau und Fachinformatikerin Nicole Seyfritz designt in ihrer Freizeit Torten für jeden Anlass. Von Dirk Beutel

Sie kann anpacken und trotzdem filigran arbeiten: Von Vater Volker hat sie gelernt, wie man Fliesen und Laminat legt und wie man richtig tapeziert. Ihre Mutter Madge, die jahrelang ein Handarbeitsgeschäft in Obertshausen geführt hat, brachte ihr stricken und häkeln bei. Wie man aber eine Torte designt, hat sie sich selbst beigebracht. Angefangen hat alles mit der Hochzeitstorte ihres Bruders Steven. Es war weniger der Geschmack der Torte, sondern vielmehr das aus Fondant gefertigte Blumengesteck auf dem Backwerk, das sie begeistert und inspiriert hat. Acht Jahre ist das her. So lange fertigt die gebürtige Offenbacherin mit Nudelholz, Teigkarte und Modellierwerkzeug Torten aus Fondant, einer weißen Zuckermasse.

Aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis wird sie regelmäßig gebeten, mal wieder etwas Besonderes zu kreieren. „Jede Torte ist individuell und soll genau auf den Menschen zugeschnitten sein, für den sie sein soll“, sagt Seyfritz. Vor ein paar Tagen erst hat sie eine Bildertorte für einen Geburtstag gebacken. Die Fotomotive hat sie mit einem herkömmlichen Drucker ausgedruckt. Im Gegensatz zu anderen Druckern wurde dieser allerdings nie mit echten Farben getestet: „Deshalb kann ich meinen Drucker mit Lebensmittelfarbe füllen und die Fotos auf dünnes essbares Fondantpapier drucken, das ich auf die Torte bügele.“

Fünf Monate Arbeit für eine Hochzeitstorte

Aber nach der Torte ist vor der Torte. Schon jetzt hat die Werbekauffrau und Fachinformatikerin ein weiteres Zuckerunikat in Arbeit – und das wenige Tage vor ihrem ersten Wettbewerb. In Hamburg findet nämlich die dritte nationale Tortenshow statt. Eine Mischung aus Messe und Wettstreit. Seyfritz´ erstes Tortenturnier: „Dort kann man Kurse und Vorträge besuchen, Trends beobachten, Händler kennenlernen und bei Wettbewerben teilnehmen.“ Ihre Kategorie lautet Hochzeitstorte. Einen Entwurf hat sie schon vor etwa fünf Monaten auf Papier skizziert, den sie seit dieser Zeit Stück für Stück akribisch wie ein Mosaik zusammensetzt.

Weil es die Statuten vorschreiben, darf allerdings nicht über dieses Exemplar berichtet werden. Nur soviel: „Zu 90 Prozent bin ich an meiner Vorlage dran. Es gibt zwei, drei Details, die noch unklar sind,“ sagt Nicole Seyfritz. Sie hat viele Ideen ausprobiert und wieder verworfen: „In dieser Hinsicht bin ich perfektionistisch. Passen die Farben, stimmen die Proportionen?“ Abgesehen von solchen Gedanken sei sie überhaupt erst einmal froh, wenn sie noch rechtzeitig fertig werde. Schließlich bleiben nur noch wenige Tage bis zum Beginn der Tortenshow am Samstag, 15. Oktober. Ihre größte Sorge? „Dass meine Torte den Transport mit dem Auto nicht heil übersteht,“ sagt die Tortendesignerin.

Nach Hamburg wird sie ihre ganze Familie begleiten. Ihre Eltern, eine Freundin ihrer Mutter, ihr Bruder Steven und ihr Freund André Sesselmann fahren mit ihr in den Norden. „Wettbewerb hin oder her: Wir machen uns daraus einen kleinen Familienausflug.“

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