Wildwasser atmet auf: Stadtpolitiker genehmigen zusätzliches Personal

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So berichtete der EXTRA TIPP am 23. Oktober 2011.

Frankfurt - Die Fachberatungsstelle Wildwasser stand mit dem Rücken zur Wand. Weil die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Flut an Beratungen und Präventionsanfragen nicht mehr bewältigen konnte. Die Einrichtung stand vor dem Aus. Jetzt wurden Fördermittel genehmigt.

Für Wildwasser, die Fachberatungsstelle gegen sexuellen Missbrauch von Mädchen und Jungen, standen bis vor Kurzem die Zeiger auf fünf vor zwölf. Die Nachfrage an Beratungen, Prävention und Information sind derart angestiegen, dass sie von den ehrenamtlichen Mitarbeitern nicht mehr zu bewältigen waren. Zum einen weil man verstärkt mit seinem Angebot in die Öffentlichkeit ging, aber auch große Missbrauchsskandale wie an der Odenwaldschule in Heppenheim sorgten für immer mehr Ratsuchende. Immer wieder wurde in der Vergangenheit auf den Personalengpass hingewiesen – ohne Erfolg. Bis jetzt. Denn die Frankfurter Stadtpolitiker bewilligten nun 53.600 Euro für zwei Personalstellen mit jeweils 19,5 Wochenstunden, die vom Jugend- und Sozialamt finanziert werden.

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Und die waren längst fällig. Zumal die Frankfurter Beratungsstelle die einzige in Hessen sei, die ohne Vollzeitkräfte auskommen müsse. „Ohne diese beiden Halbtagsstellen hätten wir keine Perspektive mehr gesehen“, sagt Traudel Carlen-Lotz vom Wildwasser-Vorstand. Nun werde ein genaues Anforderungsprofil für die beiden Stellen entworfen. „Dafür nehmen wir uns die Zeit. Wir mussten so lange auf diese Förderung warten, dass wir jetzt in Ruhe nach kompetenter Verstärkung suchen“, sagt Carlen-Lotz.

Vermutlich Anfang März rechne man damit, dass die neuen Fachkräfte zum Einsatz kommen. 348 Mal wurde die Beratungsstelle vergangenes Jahr in Anspruch genommen, ein Drittel davon waren Betroffene, ein anderes Drittel waren Erzieher, Lehrer und Sozialarbeiter, die ihren Blick für Opfer sexuellen Missbrauchs schärfen wollte. Ein Fünftel der Ratsuchenden waren Eltern, Angehörige und Freunde von Betroffenen. Dazu kamen 22 Präventionsveranstaltungen. db

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