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Zum Heulen: Wildpark-Wölfe vermissen ihren Bruder

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Marion Ebel mit ihren Polarwölfen im Wildpark Alte Fasanerie Klein-Auheim

Hanau – Große Trauer im Hanauer Wildparks Alte Fasanarie. Khan, einer der Wölfe ist in der Silvesternacht mit dem Knallen der Raketen verstorben.

Die Hanauer Polarwolf-Geschwister Ayla, Scott und Khan hat Wildbiologin Marion Ebel ab dem zehnten Tag nach der Geburt mit der Flasche groß gezogen und über monatelangen engen Kontakt auf sich geprägt: „Unsere Beziehung beruht auf Vertrauen und Freundschaft.“ Sie hat nie versucht, sich in die Rangordnung des Rudels einzumischen. Die Handaufzucht ist auch das Geheimnis gelungener Wolfsheulnächte, seit Jahren Publikumsmagnet des Hanauer Wildparks.

„Die Wölfe sind wie Kinder für mich“

Bis zu 2500 Besucher drängen sich an die Zäune, um den Wölfen zu lauschen. Ein magischer Moment. Nach ausgiebigen Streicheleinheiten, bei der die Wölfe ihr fast auf den Schoß klettern, hebt Ebel die Stimme zum Heulen. Nur Sekunden später recken die Tiere die Schnauzen in den Abendhimmel, schließen die Augen und stimmen ins Rudelheulen ein. Das Heulen hat Ebel bereits mit den Welpen geübt, als diese noch blind und taub auf ihrem Bauch lagen. „Die Wölfe sind wie Kinder für mich“, sagt sie. Eines dieser Kinder ist in der Silvesternacht mit dem Knallen der Raketen verstorben. Khan litt über Wochen an Leber- und Nierenversagen, fraß nicht mehr.

Vertonte Bildergalerie: So trauern die Wölfe

Zwölf Jahre alt wäre er im Mai geworden, fünf Jahre älter als ein Wolf in freier Wildbahn. „In dem Moment, als der Tierarzt die Spritze setzte, fingen seine Geschwister an zu heulen. Obwohl sie ihn nicht sehen konnten“, schildert die Wolfsmama den Abschied. Seine Geschwister schnüffelten an dem toten Körper, schubsten ihn mit den Schnauzen an. „Er wird uns immer fehlen. Und er wird auch beim Heulen fehlen. Er war der schönste Tenor und konnte es immer kaum erwarten“, sagt Ebel.

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