Ein halbes Jahrhundert im Dienst

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Werner Lingnau an seinem Schreibtisch im Oberurseler Rathaus.

Oberursel – 50 Jahre und sieben Monate hat er im öffentlichen Dienst gearbeitet, am Mittwoch saß Werner Lingnau zum letzten Mal in seinem Büro im Oberurseler Rathaus. Von Julia Renner

Wenn es nach ihm ginge, würde er noch ein paar Jahre weiter arbeiten: „Ich fühle mich noch total fit und leistungsfähig“, sagt der 65-Jährige. Dabei hatte der junge Werner einst einen ganz anderen Berufswunsch: „Ich wollte Astronom oder Physiker werden.“ Ein Studium war allerdings aus finanziellen Gründen nicht drin.

Als er mit 14 Jahren die Volksschule in seiner Heimatstadt Wattenscheid abschloss, war Lingnau Schulbester. Aus diesem Grund hatte ihm der Rektor geraten, zur Stadt zu gehen. Schließlich fing er als Verwaltungslehrling an. Sein Traum sei das nie gewesen, sagt er. Trotzdem hat er weitergemacht. Nach der Azubi-Zeit noch zwei Jahre Schule, dann als Assistent zur Anstellung. Vier Jahre hat er schließlich im Steueramt in Wattenscheid gearbeitet und dort auch seine spätere Frau kennengelernt.

Bochum mochte er nie

Als Wattenscheid nach Bochum eingemeindet werden sollte, war jedoch für ihn Schluss. Bochum mochte er nie. Deshalb machte er sich auf die Suche nach einem anderen Job und stieß zufällig auf Oberursel. Dort wurde ein Inspektor-Anwärter gesucht. Als er zum Vorstellungsgespräch fuhr, brachte er seine Frau gleich mit – beide wurden eingestellt. Am 1. Oktober 1973 hat er angefangen und hat sich weiter hochgearbeitet. Zuletzt war er Leiter des Geschäftsbereichs Verwaltungssteuerung. Sein Motto war es, immer für den Bürger da zu sein, sagt er. Und auch für die Schüler. Denn seit 31 Jahren unterrichtet er auch an der Berufsschule in Oberursel. Doch damit ist 2013 auch Schluss. Jetzt freut er sich darauf, keinen Termindruck mehr zu haben und sich um den Garten zu kümmern.

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