So werden Raser jetzt gejagt

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Alexander Brandenberger von der Ordnungspolizei im neuen „Blitzer-Auto“. Auf den Bildschirm werden gemessene Geschwindigkeiten in Echtzeit übertragen.

Oberursel – Zehn Jahre lang war ein Ford im Einsatz , jetzt steht ein neues Auto im Fuhrpark der Oberurseler Ordnungspolizei. Mit einem nagelneuen VW-Bus gehen die Ordnungshüter auf Jagd nach Verkehrssündern – an Bord die neueste Technik. Von Julia Renner

130.000 Euro hat der neue Messwagen gekostet, allein rund 90.000 Euro die Technik im Innenbereich, die auch außen am Straßenrand aufgebaut werden kann. Und die hat es in sich: In Kurven, Tunnels und auf vierspurigen Autobahnen kann damit geblitzt werden. Mit dem neuen System können auch nachts Raser besser auf Bild festgehalten werden: Die Messergebnisse bei Dunkelheit haben jetzt eine Trefferquote von 86 Prozent – vorher waren es bloß 24 Prozent.

Und noch einen Vorteil hat der neue Messwagen – zumindest für die Ordnungshüter: Die Auswertung geht viel schneller. „Bisher haben wir die Filme zum Entwickeln zu einer Spezialfirma geschickt. Die hat dann alles auf CD gebrannt“, sagt Alexander Brandenberger, Abteilungsleiter der Ordnungspolizei. Jetzt geht es schneller: „Die Bilder ziehen wir gleich auf einen Stick.“ Für die zügigen Autofahrer bedeutet das, dass die Schreiben schneller zugestellt werden. Für die Stadt bedeutet es eine Kostenersparnis von rund 10.000 Euro pro Jahr, denn die Kosten für die Filmentwicklung fallen weg.

Geblitzt wird an sechs Tagen in der Woche, manchmal sogar an sieben Tagen, sagt Brandenberger. Jeweils sechs bis acht Stunden stehen die Ordnungshüter an der Straße. Und das nicht, so Brandenberger, um das Stadtsäckel zu füllen. „Die Messungen dienen der Unfallverhütung.“ Weil das aber nicht jedem Autofahrer einleuchtet, sind die Ordnungshüter immer zu zweit im Messwagen unterwegs – gekleidet in Schutzwesten. „Beschimpfungen kommen schon häufig vor“, weiß Brandenberger. Doch damit könnten die Kollegen gut umgehen.

Der alte Einsatzwagen wurde übrigens mit der gesamten Elektronik und Technik weiterverkauft. Nicht an eine Privatperson, sondern an eine andere Stadtverwaltung, die jetzt damit ihrerseits auf Raserjagd geht.

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