Kommentar

Zins-Schock der EZB: Sie werden gerade enteignet

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt. Während die Populisten sich in Deutschland über die Kosten für die Flüchtlinge aufregen, wird das Desaster der Politik des EZB-Chefs Mario Draghi komplett ausgeblendet oder einfach nicht verstanden. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Zumal die Gutgläubigkeit in Deutschland dazu führt, dass man meint: „Ach, der Kelch wird schon an uns vorüber gehen. “ Geht er aber nicht.

Die Auswirkungen spürt das Rhein-Main-Gebiet jetzt schon. Die Immobilienpreise werden mit der Entscheidung vom Donnerstag weiter steigen. Damit nicht genug: Wirtschaftlich prosperierende Regionen wie das Rhein-Main-Gebiet werden zunehmend Menschen erleben, die sich aufgrund des Draghi-Zinses Investitionen erlauben, die sich in Normalzeiten nicht rentieren. Und das könnte in späteren Zeiten oder auch in großen Finanzkrisen in die Katastrophe führen. Gerade ein überhitzter Immobilienmarkt in Verbindung mit billigem Geld sind die Garanten für eine Weltwirtschaftskrise – siehe 2008.

Für Deutschland gibt es mit der Draghi-Politik noch mehr Probleme: Das Vertrauen in den Euro wird weiter geschwächt, die Altersvorsorge wirft in den nächsten Jahren kaum mehr Ertrag ab, und Europas Schulden werden sich mit diesem Vorgehen auch nicht lösen. Vielmehr ist zu erwarten, dass der Reformwille der südeuropäischen Länder abnimmt, wenn’s billig Geld gibt. Und dafür wird Deutschland bürgen. Der Null-Prozent-Leitzins enteignet den Durchschnitts-Deutschen. Das ist keine Politik der Zukunft, das ist ein Verbrechen!

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