„Wer nicht kämpft, hat schon verloren“

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Marianne Künzel arbeitet seit 18 Jahren bei Neckermann: „Die Manager haben hohe Abfindungen bekommen und wir sollen leer ausgehen. Mit kleinen Leuten können sie ja so umgehen. Die Geschäftsleitung hat sogar gedroht jedem Mitarbeiter zehn Euro in der Stunde mehr zu zahlen, der nicht streiken geht. Sie wollen die Leute brechen. Aber das haben sie zurückgenommen. Sobald wieder gestreikt wird, bin ich auch wieder dabei.“

Frankfurt – Versandhändler Neckermann will zum Jahresende den Eigenhandel mit Textilien sowie das Frankfurter Zentrallager aufgeben. Im Schnitt sollen bundesweit 1380 von gut 2400 Vollzeitstellen gestrichen werden, die meisten davon in der Frankfurter Zentrale. Von Angelika Pöppel

oachim Walter (47) ist seit 22 Jahren dabei: „ Das ist eine Riesesauerei. Die Geschäftsleitung bewegt sich kein Stück auf uns zu und informiert uns nicht. Wir werden einfach eiskalt abserviert. Meine Partnerin arbeitet auch für Neckermann. Ich weiss nicht wie es weitergehen soll.“

Mit einem zunächst auf zwei Tage begrenzten Streik hat die Gewerkschaft Verdi das Zentrallager des Versandhändlers Neckermann lahmgelegt. „Da gehen heute keine Waren rein und keine raus“, sagte der Frankfurter Gewerkschaftssekretär Wolfgang Thurner am Montag.

Mecide Özkan (48) arbeitet seit 15 Jahren für Neckermann: „Ich habe mit Gewissen und auch mit Stolz für Neckermann gearbeitet. Ich habe Samstagsschichten und Überstunden gemacht. Ich bin enttäuscht. Wir sollen bis Ende Dezember arbeiten, ohne zu wissen ob wir überhaupt noch Lohn kriegen. Da mache ich nicht mit. Ich werde weiter streiken, auch wenn das von der Geschäftsleitung nicht gerne gesehen wird. Denn wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Die Gewerkschaft Verdi fordert Abfindungen.

Marianne Künzel arbeitet seit 18 Jahren bei Neckermann: „Die Manager haben hohe Abfindungen bekommen und wir sollen leer ausgehen. Mit kleinen Leuten können sie ja so umgehen. Die Geschäftsleitung hat sogar gedroht jedem Mitarbeiter zehn Euro in der Stunde mehr zu zahlen, der nicht streiken geht. Sie wollen die Leute brechen. Aber das haben sie zurückgenommen. Sobald wieder gestreikt wird, bin ich auch wieder dabei.“

Der EXTRA TIPP hat sich bei den Streikenden umgehört, wie die Stimmung unter den Neckermann-Mitarbeitern derzeit ist.  Immer wieder gehen sie in Frankfurt vor der Zentrale des Versandhändlers auf die Straße. 250 waren es am Montag laut Gewerkschaft ver.di.

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