Wenn schon Kinder am täglichen Stress zu zerbrechen drohen

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Hausaufgaben und Klassenarbeiten: Schon in der Grundschule sind Kinder Stress ausgesetzt. Volle Terminkalender in der Freizeit kommen hinzu.

Friedrichsdorf –  Für die Schule lernen, Instrumente spielen und Sport treiben: Schon bei Kindern ist der Leistungsdruck heutzutage hoch. Gabriele Petrig, Mit-Autorin des Buches „Kinder-Mentaltraining. Kinder für das Leben stärken“ berichtete im Gespräch mit dem EXTRA TIPP und am Donnerstagabend in Friedrichsdorf, wie sich der Druck auf die Kleinen reduzieren lässt. Von Julia Renner

Petrig ist Psychotherapeutin und Coach, hat täglich mit Kindern und Jugendlichen zu tun. „Der Druck wird immer mehr, auch schon in der Grundschule“, sagt Gabriele Petrig. Schon Erstklässler würden ihr sagen, dass sie später nichts besonderes machen könnten, wenn sie lediglich einen Hauptschulabschluss haben.

Gabriele Petrig

Zwar habe es früher auch Druck gegeben, „aber nicht in dem Maße“. In der Gesellschaft herrsche die Mentalität vor, dass man ohne Studium nichts werden kann. „Kinder spüren, dass sie gut sein müssen“, sagt die 59-jährige Aschaffenburgerin. Das würden sie auch Zuhause mitbekommen, beispielsweise dadurch, wenn jemand aus der Familie arbeitslos wird.

Der Druck, in der Schule und auch in der Freizeit möglichst viel zu leisten, sei also nicht nur durch die Vorstellungen der Eltern ausgelöst, sondern ist ein kollektiver Druck, wie die Psychotherapeutin sagt. Mitschüler, Eltern von Mitschülern und die eigenen Eltern, die Gesellschaft und Lehrer: „Jeder fordert das Beste.

Sogar Depressionen können Folgen von Druck sein

Die Auswirkungen für das Kind sind gravierend. Wenn es nach einer Klassenarbeit eine Note vier, fünf oder sechs nach Hause bringt,„stellt es sich selbst in Frage“. Denn, so sagt Gabriele Petrig, „jedes Kind will gut in der Schule sein“. Kopfweh, Allergien, Hysterie und Depressionen können die Folgen sein.

Um das zu verhindern, hat Petrig das Buch „Kinder-Mentaltraining. Kinder für das Leben stärken“ geschrieben. „Denn wenn man das Kind nicht unterstützt, wird es sich immer unter Druck setzen, bis ins Berufsleben.“ Eltern sollten ihren Nachwuchs deshalb stets motivieren, immer sagen: „Du bist gut, so wie du bist.“ Durch Petrigs Buch sollen sich Kinder „positive Bilder von Situationen vorstellen“. Hauptpunkt sind Fantasiereisen, die eine positive Richtung ansteuern. Und diese positiven Denkweisen würden sich dann automatisieren und das Kind stärken.

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