Wenn Oma Auto fährt, kracht es häufiger

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Senioren am Steuer: Häufig kracht‘s beim Abbiegen.

Taunus – Schalten, blinken, den Spiegel im Auge behalten, lenken und auf andere Verkehrsteilnehmer achten: Vielen Senioren fällt das im Straßenverkehr schwer. Laut Polizeistatistik sind Ältere zwar keine Risikogruppe. Doch in Zukunft wird sich das ändern, sagt die Unfallforschung. Von Julia Renner

Wie viele Senioren im Taunus mit dem Auto unterwegs sind, darüber gibt es keine Zahlen. Für Thomas Dietrich von der Polizei Bad Homburg steht aber fest: „Es gibt viele Senioren, die einen Führerschein haben, aber nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen.“

Und dennoch: Wer einen Blick auf die Unfallstatistik wirft, stellt fest, dass gerade beim Abbiegen oder bei Vorfahrtsverletzungen Autofahrer ab 60 Jahren relativ oft beteiligt sind. Bei Unfällen durch nicht angepasste Geschwindigkeit dagegen fast nie. Senioren am Steuer seien aus Sicht der Polizei aber keine Risikogruppe, sagt Dietrich.

Körperliche Gebrechen wirken sich auf Fahrweise aus

Das sieht Klaus Brandenstein ähnlich. Der Sprecher der Unfallforschung beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft sagt aber auch, dass die Zahl der Unfälle ab 65 leicht zunimmt. Bei den über 80-Jährigen nehme die Zahl noch deutlicher zu. Ältere am Steuer sind häufiger Unfallverursacher, weil „die normalen körperlichen Gebrechen schlimmer werden“, sagt Brandenstein. Merk- und Konzentrationsfähigkeit lassen nach, ebenso die Beweglichkeit und die Sehkraft. Das beeinträchtige die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu meistern, sagt Klaus Brandenstein. „Und einem 80-Jährigen fällt es oft schwerer, sich in den vielen blinkenden Lichtern zurecht zu finden.“

Für den Sprecher der Unfallforschung wäre es sinnvoll, dass Senioren alle paar Jahre einen Eignungstest machen. „Und man sollte Hausärzte ermuntern, die älteren Patienten darauf hinzuweisen, falls sie nicht mehr fahren sollten.“ Auf Ärzte würden die älteren Semester noch am ehesten hören.

Regelmäßig Eignungstests

Wer Busse und Lkw lenkt, muss ab dem 50. Lebensjahr alle fünf Jahre eine Eignungsprüfung machen, sagt Polizist Dietrich. „Es kann nicht genügen, nur die Fahrerlaubnis zu erwerben.“ Auch jüngere Leute sollten regelmäßig Eignungstests machen.

In Zukunft, so glaubt Klaus Brandenstein, könnte es immer mehr Probleme auf deutschen Straßen geben. Weil die Gesellschaft immer älter wird, und damit auch die Autofahrer. Dann wird der Straßenverkehr für immer mehr Menschen eine Herausforderung.

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