Wenige kritische Radfahrer

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Schlaglöcher auf der Straße: Radfahrer können solche Mängel über eine Online-Plattform melden.

Taunus – Schlaglöcher, fehlende Beschilderungen und defekte Ampeln sind Mängel, die Radfahrer auf die Palme bringen. Im Taunus scheint das Radwegenetz jedoch nahezu perfekt zu sein. Zumindest gibt es kaum Radfahrer, die Mängel über die Meldeplattform Radverkehr mitteilen. Von Julia Renner

Seit etwas mehr als zwei Jahren ist die Meldeplattform Radverkehr online, mittlerweile nehmen 211 Kommunen aus ganz Hessen daran teil. „Jede Woche kommt etwa eine neue Kommune hinzu“, sagt Matthias Franz, der bei ivm (Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement GmbH) in Frankfurt mit zuständig ist für die Betreuung des Projekts.

Während die Seite anfangs noch auf das Rhein-Main-Gebiet begrenzt war, können seit etwa einem Jahr auch Radler aus anderen Regionen Hessens Straßenschäden oder fehlende Markierungen melden und sogar Fotos hochladen. „Seit Beginn sind mehr als 4000 Meldungen eingegangen“, sagt Franz. Weitergeleitet werden diese Meldungen dann direkt an die betroffenen Städte und Gemeinden. Im Taunus ist allerdings noch nicht allzu viel angekommen. In Hofheim sind es in den vergangenen zwei Jahren zwölf Meldungen gewesen, sagt Stadt-Sprecherin Iris Bernardelli. „Wir kümmern uns um jede Meldung“, sagt sie.

Allerdings sind bisher eher kleinere Mängel registriert worden. Ein Radfahrer meldete beispielsweise eine Hecke, die Radfahrer behindert, ein anderer bemerkte, dass eine Anforderungstaste an einer Ampel nicht funktioniert.

Einige Kommunen scheuen vor der Teilnahme zurück

Ebenso dürftig ist die Resonanz in Kronberg. Bisher seien beim Bürgerbüro nur etwa zehn Meldungen eingegangen, sagt Claus Harbers, Sprecher der Stadt. Dabei ging es um Beschilderungen und das Fahren entgegengesetzt einer Einbahnstraße.

Alle Radfahrer-Meldungen, die sich um Kelkheim drehen, werden direkt an das Ordnungsamt der Stadt weitergeleitet. Viele sind es allerdings auch in der Möbelstadt nicht. Insgesamt fünf Radler hatten etwas zu kritisieren in den vergangenen zwei Jahren. Doch trotz der geringen Rückmeldungen: Die Kommunen nehmen die Hinweise der Radfahrer ernst und kümmern sich sofort um die Hinweise, betonen alle Sprecher.

Norbert Sanden, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Hessen, findet die Plattform „extrem nützlich und sehr gut“. „Eine solche Plattform haben wir uns immer gewünscht“, sagt er. An der Entwicklung habe der ADFC deshalb auch mitgearbeitet.

Jedoch, sagt Sanden, würden sich einige Kommunen noch scheuen, bei dem Projekt mitzumachen. „Sie fürchten, von Meldungen überrannt zu werden oder sehen die Radfahrer als Störenfriede“, glaubt der ADFC-Chef. Dabei würden sie wichtige Sicherheitshinweise geben.

Die Möglichkeit, Mängel zu melden, gibt es online auf www.meldeplattform-radverkehr.de.

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