Zu wenig Geld fürs Essen: Meist sind Singles betroffen

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Michael Hibler, Leiter des Diakonischen Werks Hochtaunus, am Verwaltungssitz der Tafel in Bad Homburg.

Friedrichsdorf –  Die Schönen und Reichen wohnen im Taunus – aber auch viele, die nicht genug Geld zum Leben haben. Weil die Nachfrage groß ist, wird Anfang Mai eine weitere Tafel eröffnet. In Friedrichsdorf sollen so zunächst 60 Haushalte pro Woche versorgt werden. Von Julia Renner

Mit der Tafel in Bad Homburg fing 2007 alles an, Oberursel, Neu-Anspach und Königstein folgten bald. Mit der Filiale in Friedrichsdorf schiebt das Diakonische Werk nun die fünfte Essensausgabe an.

Bisher seien viele Bedürftige von Friedrichsdorf nach Bad Homburg zur Tafel gekommen. Aber Michael Hibler, Leiter des Diakonischen Werks Hochtaunus weiß, dass der Hartz-IV-Satz keinen Spielraum für Mobilität lässt.

Einmal pro Woche wird zunächst die Ausgabe sein. „Wir rechnen mit 60 Haushalten, also etwa 120 Personen“, sagt Hibler. Allein in Bad Homburg, der größten Ausgabestelle, bekommen alle zwei Wochen mehr als 1150 Menschen Lebensmittel. Auch Menschen, die früher mal gut verdient haben und denen heute das Geld fürs Essen fehlt, gehören dort zu den Abnehmern.

Aus Scham kommen viele nicht

Eines hat sich in den vergangenen Jahren geändert: „Es gibt immer mehr Single-Haushalte. Früher waren es mehr Familien, die kamen“, sagt Hibler. Besonders ältere Frauen, die von einer kleinen Rente leben müssen, würden oft kommen. Ebenso Alleinerziehende mit Kindern. Den tatsächlichen Bedarf schätzt der Leiter des Diakonischen Werks höher. Viele kommen aus einem einzigen Grund nicht: Scham. „Deshalb versuchen wir, die Scham niedrig zu halten, gestalten die Umgebung würdevoll.“ Weder im Hinterhof, noch auf dem Präsentierteller soll die Ausgabe sein.

100 Quadratmeter groß ist die Tafel in Friedrichsdorf, 17 Ehrenamtliche sind für ihren Dienst bereits ausgebildet worden. Gesucht werden nun noch einige Fahrer, die Lebensmittel aus den Supermärkten der Region abholen. Auch Supermärkte, die gerne Lebensmittel für die Tafel spenden möchten, können sich melden. S (06172) 308803. Bis es in Friedrichsdorf losgeht, muss noch Einiges getan werden. Wände wurden bereits versetzt, Kühlschränke und Tische müssen noch aufgestellt werden. Ob eine weitere Tafel folgt, steht nicht fest.

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