Erlaubt ist fast alles

Von Weltraum bis zum Diamant: Bestattungen werden immer kreativer

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Adrian Koriath von der Offenbacher Pietät am Odenwaldring vor dem Sarg mit Swarovski-Kristallen.
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Region Rhein-Main – Das Thema Tod wird gerne verdrängt. Erst recht, wenn es darum geht, wie die Beerdigung aussehen soll. Dabei gibt´s heute mehr denn je die Qual der Wahl. Die letzte Ruhe wird immer individueller. Von Oliver Haas

Sogar die eigene Asche kann in einen Diamanten gepresst werden.

Bislang wurde es noch nie gemacht. Aber für 25.000 Euro kann man sich tatsächlich auf den Mond schießen lassen. Allerdings nur in Form von Asche, die dann auf der Mondoberfläche platziert wird. Unter anderem diese Bestattungsart bietet die Offenbacher Pietät am Odenwaldring an. Allerdings ist bei dieser Bestattungsart eine lange Wartezeit einzuplanen. Bislang entschied sich jedoch noch kein Offenbacher dafür. Sie fand das erste Mal 1998 mit Abschuss eines NASA-Satelliten zum Mond statt. Bei einer normalen Erdbestattung kann für die ewige Ruhe ein extravaganter Sarg gewählt werden. „Unser teuerstes Modell ist ein mit Swarovski-Kristallen bestückter Sarg“, so Adrian Koriath, Bestatter der Offenbacher Pietät. Wer sich diese luxuriöse letzte Ruhestätte gönnen will, der muss 6000 Euro nur für den Sarg bezahlen. Laut Koriath sind allerdings fast 80 Prozent aller Bestattungen Feuerbestattungen mit Urnen. Und auch dafür gibt´s das Pendant zum Luxus-Sarg: Eine mit Swarovski-Steinen geschmückte Urne, die für 990 Euro zu haben ist. „Seit fünf Jahren gibt es auch die Möglichkeit, aus dem Kohlenstoff der menschlichen Asche einen Diamanten herzustellen. Den kann man dann in einer Schachtel mit nach Hause nehmen oder in einen Ring einfassen“, erzählt Koriath. 4500 Euro kostet diese extravagante Erinnerung an den Verstorbenen.

Erlaubt ist fast alles

Grundsätzlich sind bei der Wahl der Bestattungsarten kaum Grenzen gesetzt. Erlaubt ist fast alles, was gefällt. Auch die Urne in Fußballform oder der Sarg gestrichen in den Farben der Offenbacher Kickers.

Nina Biermann, Inhaberin des Bestattungshauses Nina Biermann in Hanau, sieht ihre Zunft auch mehr denn je in der Pflicht einer guten Beratung: „In den vergangenen 15 Jahren hat es eine erhebliche Veränderung bei den Bestattungsarten gegeben.“ Deshalb sei mehr denn je wichtig, dass der Bestatter den Kunden mit kühlem Kopf berate, um das Geeignete zu finden, so Nina Biermann. Ein Trend, der immer beliebter sei: Die Beisetzung in einem Friedwald. Dabei wird die Urne vom Förster an einen Baum vergraben. Die teuerste Variante ist ein sogenannter Familienbaum für 7000 Euro. An einer Deutschen Eiche können dann bis zu zehn Familienmitglieder beigesetzt werden. Aber auch, wenn jemand etwa mit seinen neun besten Kumpels über das Leben hinaus verbunden sein will, besteht diese Option.

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Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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