Hat die Welt bald einen Plopp?

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Christian Pöllath hat den Plopp raus. Derzeit wird an dem Prototyp des Wunderballs gearbeitet, damit er in Serie hergestellt werden kann.

Neu-Isenburg/Dieburg – Der Neu-Isenburger Christian Pöllath hat ein neues Spiel erfunden: Ploppen heißt es. Der Name ist angelehnt an die Geräusche, die es macht, nämlich einen hörbaren "Plopp". Von Jens Dörr

Christian Pöllath ist der Mann mit dem Plopp. Er klatscht mit der offenen rechten Hand gegen seine geschlossene linke. Ein Ball in Tischtennis-Größe schnellt in die Höhe. „Man kann ihn natürlich auch ins Weite schießen“, sagt Pöllath und demonstriert das sogleich. Ein weiteres „Plopp“ und der Ball saust an die Wand, prallt in einem Affenzahn zurück. Der Rekord im Weitploppen liegt bei 14,40 Metern, so der Mann aus Zeppelinheim.

Idee lieferten Flaschenverschlüsse

„2006 lag ich am Walldörfer Badesee und sah dort Flaschenverschlüsse liegen. Die nahm ich in die eine Hand, schlug mit der anderen dagegen. Zunächst ist da gar nichts geflogen“, erinnert sich Pöllath an die Anfänge. Nach einigen Versuchen aber setzten sich die Verschlüsse in Bewegung – die Idee war geboren. Den Gegenstand zum Ploppen – den Begriff will der 46-Jährige wegen des Geräuschs verwenden – entwickelte er sein Spielgerät nach und nach weiter. „Es ist ein naturwissenschaftliches Spiel, hat ganz mit den Gesetzen der Aerodynamik zu tun“, sagt Pöllath. Deshalb kam auch die Dieburger Sauer & Sohn KG ins Spiel.

Pöllath entwickelt weitere Neuerungen

An die wandte er sich, als es um die Entwicklung eines Prototypen fürs Ploppen ging. Größe, Gewicht, Elastizität, Oberflächenstruktur – all das war wichtig für ein Bällchen, das stabil und so leicht wie möglich sein, zudem auch in Kinderhände passen soll. „Wir haben einen Teilerfolg erzielt“, sagt Stefan Sperling vom Dieburger Unternehmen. Noch ist das Bällchen mit fünf Gramm Gewicht schwerer als ein Tischtennisball. Demnächst könnten „Selektive Laser-Sinter-Maschinen“ per Laser eine noch dünnere Kunststoffwand herstellen. Das Gewicht ließe sich so weiter reduzieren.

Pöllath sieht jedenfalls viele Verwendungsmöglichkeiten: „Ich könnte mir zum Beispiel ein Plopp-Dart für Kneipen vorstellen“, sagt er. Bald will er auch Plopper-Workshops in Schulen und Kindergärten geben und die ausgereiften Wunderbälle irgendwann in entsprechend designter Verpackung weltweit vertreiben.

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