Weil die Bank ihr Geld zurück will, sind Azubis ab März ihren Job los

Eitel Sonnenschein herrscht noch im Mai 2007. Da eröffnet Sparn das seit einem Jahrzehnt leer stehende Ring Kaufhaus an der Münsterer Leibnizstraße neu. Zwei Etagen, 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche, später noch zwei Auszubildende und eine Marktanalyse, die Hoffnung machte.

Hoffnung, eine mögliche Durststrecke von ein bis zwei Jahren schadlos zu überstehen. Sparn will mit diesem Schritt das Stammhaus seiner "Ring Kaufhaus Sparn GmbH" von Höchst im Odenwald nach Münster verlegen."Die Bank wollte da jedoch nicht mitmachen", sagt Sparn. Nach einem Vorstandswechsel bei Sparns Hausbank ("Wir arbeiten schon über 20 Jahre zusammen") ziehen dicke Wolken auf. Dringend benötigte Finanzmittel werden verweigert, ausstehende Kredite soll Sparn zurückbezahlen.br / br /Eine Handlungsweise, die Sparn nicht versteht. "Wir haben immer alles pünktlich bezahlt", sagt der 53-Jährige. Im Oktober dann erste Änderungen im Konzept. Auch, weil der erwartete Kundenstrom ausbleibt. Sparn: "Die Menschen haben sich inzwischen anderweitig orientiert."Das konstante Sortiment wird mittels Räumungsverkauf aufgelöst, stattdessen betreten die Kunden nun ein "Aktionskaufhaus". Heißt: In unregelmäßigen Abständen gibt es Sonderangebote. Doch das Geschäft läuft weiter schleppend und die Bank sitzt Sparn im Nacken. Der kann nicht anders, als im November schließlich Insolvenz anzumelden, die Anfang Januar in Kraft tritt.br / br /Damit beginnt der geschäftliche Platzregen. Der Insolvenzverwalter Ulrich Bert, Rechtsanwalt in Darmstadt, ordnet einen weiteren Räumungsverkauf an. "Totalräumung" und "60 Prozent auf alles" brüllt es die Vorbeigehenden von knallgrünen Schildern an.br / br /Das Sortiment hat noch einen Wert von 150.000 Euro, das Geld aus den Verkäufen geht zum Großteil an den Gläubiger â?? die Bank. Und danach? "Vielleicht noch ein weiterer Räumungsverkauf mit noch höheren Rabatten, wenn der Insolvenzverwalter es für sinnvoll hält", sagt Sparn. So richtig dran glauben mag er aber nicht.Der Geschäftsmann hat schon Erfahrung auf diesem Gebiet. Einst betrieb Sparn drei Kaufhäuser in Höchst im Odenwald, Kirn und Wiesbaden-Biebrich, hatte 110 Mitarbeiter. 2001 musste er in Kirn, 2004 schließlich in Biebrich schließen.br / br /Sparns letzte Hoffnung ist nun der Vermieter, mit dem er einen Zweijahresvertrag abgeschlossen hat. "Der entscheidet, wie es eventuell weitergeht." Kommt der ihm mit Miete und Verkaufsfläche entgegen, sieht Sparn einen Silberstreif am Horizont. "Dann mache ich vielleicht nur im Erdgeschoss weiter." Ansonsten muss er in den nächsten Wochen das Kaufhaus endgültig dicht mac

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