Weihnachtsmarkt für Arme

+
Christine Sparr organisiert den Weihnachtsmarkt für Bedürftige.

Region Rhein-Main – Die Armut schlägt am härtesten in der Weihnachtszeit zu. Wenn arme Eltern ihren Kindern kein ordentliches Geschenk unter den Baum legen können, oder die gebrannten Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt zu teuer sind. Doch die Offenbacher Tafel hält dagegen.

Und zwar mit einem Weihnachtsmarkt, bei dem jeder nur das zahlen muss, was er auch entbehren kann. Arme Kinder und Weihnachten – das ist die Mischung, die Christine Sparr immer wieder zum Weinen bringt. „Ich kann so was nicht mit ansehen“, sagt die Chefin der Offenbacher Tafel. „Es ist so ungerecht. Da schwimmen die einen Kinder in Geschenken, während es bei anderen nicht mal für ein Buch reicht.“

Gemeinsam mit ihrem Tafel-Team und vielen Spendern kämpft sie deshalb jedes Jahr aufs Neue gegen die weihnachtliche Armut. Ihr stärkste Waffe: Der Weihnachtsmarkt für Bedürftige auf dem Mathildenplatz. Schon Wochen und Monate vorher organisiert Sparr die Spender, überzeugt Unternehmen, plant mit dem Marktbeschicker die Buden, karrt kurz vorher Würstchen, Glühwein und Süßigkeiten heran. Auf dem Markt selbst gibt es dann keine festen Preise für die Weihnachtsleckereien. „Jeder zahlt nur nur den Betrag, den er auch geben kann“, sagt Sparr.

Ein paar Cent fürs Selbstwertgefühl

Es ist für das Selbstwertgefühl wichtig, dass die Leute auch etwas bezahlen, auch wenn es nur ein paar Cent sind.“ Dazu wartet auf jedes Kind, das an der Tombola teilnimmt ein richtiges Weihnachtsgeschenk. „Wir haben das alles organisiert. Spielsachen, Malbücher, Gesellschaftsspiele und noch viel mehr“, sagt Sparr, die das alles nur dank zahlreicher Spender verwirklichen kann.

Ohne die vielen Firmen und Menschen, die uns einfach so ihre Hilfe anbieten, wäre das alles nicht möglich“, sagt Sparr und hat schon wieder feuchte Augen. Aber diesmal vor Rührung. „Das zeigt mir jedesmal, dass es noch so viele gute Menschen da draußen gibt, die auch ein Herz für die Ärmsten unter uns haben.“

Zu den ganz großen Unterstützern des Tafel-Marktes gehört die Dreieicher Firma Mattel. Für 4000 Euro durfte Sparr beim Lagerverkauf Spielsachen einladen. Allerdings fehlen noch Geschenke für Babys und die Zwölf- bis 16-Jährigen. „Aber vielleicht finden sich dafür ja noch Spender.“ Wer Sparr helfen will, meldet sich unter  (0171) 9293285. rz

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare