Peter Hubeler ist seit 30 Jahren im Geschäft

Weihnachtsbäume: Einige wollen Sechs-Meter-Riesen

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Gerade gewachsen mit perfekter Spitze: Peter Hubeler verkauft seit 30 Jahren Weihnachtsbäume in Dreieich und Egelsbach und weiß, was die Kunden wollen.

Region Rhein-Main - Ganz Rhein-Main ist auf der Jagd nach dem perfekten Weihnachtsbaum. Für Erzeuger wie Peter Hubeler beginnt damit die heißeste Phase des Jahres. Seit 30 Jahren verkauft der Dreieicher Weihnachtsbäume aus eigenem Anbau. Unumstrittene Nummer eins ist die Nordmanntanne. Von Kristina Bräutigam 

Im Hof seines Elternhauses in Egelsbach steht Peter Hubelers ganzer Stolz: Nordmanntannen in sattem Grün, gerade und gleichmäßig gewachsen, mit einer perfekten Spitze. „So muss ein Weihnachtsbaum aussehen“, sagt Peter Hubeler.Der 55-Jährige hat Ahnung auf diesem Gebiet: Seit 30 Jahren verkauft er Weihnachtsbäume – und weiß ganz genau, was die Kunden wollen. „80 Prozent kaufen Nordmanntannen. Sie pikst und nadelt nicht und lässt sich dank ihrer vielen Etagen gut schmücken.“ Einige Blaufichten, Nobilistannen und Bäume mit Wurzeln hat Hubeler auch im Angebot. „Aber viele fragen nicht danach“, sagt er. Auch bei der Größe gibt es ein klares Ideal: Die meisten seiner Stammkunden wünschen sich einen 1,75 bis 1,80 Meter großen Weihnachtsbaum. Aber auch für riesige Exemplare gibt es Abnehmer: „Hin und wieder fragen auch Privatleute nach Sechs-Meter-Tannen“, sagt der Dreieicher, der auch Kindergärten, Städte und Kirchen beliefert. Auswahlkriterium Nummer zwei ist der Wuchs. Hier sind die Geschmäcker allerdings verschieden: „Die einen wollen einen schlanken Baum, die anderen einen breiten. Je nachdem, wo er am Ende stehen soll und wie er geschmückt wird.“

Vom Online-Handel hält der Weihnachtsbaum-Experte deshalb nichts: „Die Kunden brauchen manchmal eine Stunde, bis sie einen Weihnachtsbaum ausgesucht haben. Das geht nicht per Klick.“

Der 55-Jährige liefert die Riesen direkt nach Hause.

Dass viele Menschen Billig-Bäume kaufen, ist Peter Hubeler ebenfalls ein Rätsel. „Eine Nordmanntanne für zehn Euro ist fast immer zweite Wahl. Und die Bäume werden sehr früh geschlagen. Die nadeln, bevor sie im Ständer stehen.“ Für die Qualität seiner Bäume legt Peter Hubeler die Hand ins Feuer. Er schlägt nicht nur mehrmals pro Woche frisch. Jede einzelne Tanne hat er selbst gepflanzt, auf riesigen Kulturen im Taunus und im Spessart, in Reihen, damit sie Platz haben und vernünftig wachsen. Durchschnittlich drei Jahre alt und gerade mal 20 Zentimeter groß ist die Jungpflanze, wenn Peter Hubeler sie setzt. Acht bis zehn Jahre wächst sie, bis sie schließlich geschlagen und als Weihnachtsbaum verkauft wird.

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Nur wenige Kunden bevorzugen Bäume mit Wurzel.

Dass er ein Wegwerf-Produkt produziert, ist für den 55-Jährigen kein Problem. Im Gegenteil: Kaum einer wisse, dass die Kulturen viele ökologische Vorteile bieten, zum Beispiel Luft filtern, Sauerstoff erzeugen sowie vielen Insekten- und Vogelarten einen Lebensraum bieten. „Mein Ziel ist es, den perfekten Weihnachtsbaum anzubieten. Und zwar im Einklang mit der Natur“, sagt Hubeler, der Mitglied der Interessengemeinschaft der Jungweihnachtsbaum-Anbauer und im Arbeitskreis Hessischer Weihnachtsbaum ist.

Noch bis zum 24. Dezember läuft der Verkauf in Egelsbach und Dreieich-Sprendlingen. Es gebe eine Menge Leute, die auf den letzten Drücker kaufen, sagt Peter Hubeler. Der Weihnachtsbaum-Experte hat dafür Verständnis. Nur in einem Punkt hört der Spaß auf: Plastikbäume sind für Peter Hubeler ein Ding der Unmöglichkeit. „Dafür gibt es keine Entschuldigung.“

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