Wegen Digitalisierung

Frankfurter Uni-Kino „Pupille“ steht vor der Pleite

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Marko Karl (von links), Klemens Burk und Louise Burkart deuten auf den digitalen Projektor, der sie in die Krise gestürzt hat. Rechts ist einer der beiden alten Filmprojektoren zu sehen.

Frankfurt – Eine Legende der Frankfurter Kinotradition steht vor dem Aus: Das Uni-Kino „Pupille“. Schuld daran ist die digitale Revolution. Für einen neuen Projektor musste der Betreiberverein sein letztes Geld ausgeben. Wie das aktuelle Programm bezahlt werden soll, weiß noch keiner. Von Christian Reinartz

Die „Pupille“ ist weit über die Grenzen Frankfurts für ihr außergewöhnliches Kinoprogramm bekannt. Filmfans und Kinobegeisterte aus ganz Hessen gehören zu den regelmäßigen Besuchern des Kinos im Studierendenhaus an der Frankfurter Mertonstraße. Zahlreiche Preise schmücken die Regale im kleinen, vollgestopften Büro des Betreibervereins im ersten Stockwerk des alten Unibaus. Neben diversen hessischen Filmpreisen für das beste Kinoprogramm sind die Macher auch schon auf Bundesebene ausgezeichnet worden.

Krise begann mit digitalen Filmen

Doch damit könnte schon bald endgültig Schluss sein. Denn das Geld langt hinten und vorne nicht. Begonnen hat die Krise, als fast alle Filmverleihe auf digitale Filme umstellten. „Da haben wir einfach keine aktuellen Filme mehr auf Rolle bekommen“, sagt Louise Burkart vom Vorstand des Vereins. Zwar habe man versucht mit Beamer und Blue-Ray weiter zu machen, „aber die Zuschauerzahlen sind in den Keller gegangen, weil wir nichts Aktuelles mehr zeigen konnten.“

Für den Vorstand, bestehend aus Marko Karl, Klemens Burk und Louise Burkart war das der Zeitpunkt, eine Entscheidung zu treffen. „Wir haben einen digitalen Projektor angeschafft, um mithalten zu können“, sagt Burk. 48.000 Euro musste die „Pupille“ dafür aufbringen. „Wir haben einfach alles zusammengekratzt was wir hatten und sind auch vom Land mit 15.000 Euro gefördert worden“, erklärt Karl. „Für den Rest mussten wir einen Kredit aufnehmen.“

Wie der wieder zurückgezahlt werden kann, steht noch in den Sternen. „Wir hoffen, dass nun möglichst viele Zuschauer unsere Kinovorführungen besuchen“, sagt Burkart. „Nur so kann die ,Pupille’ auch die aktuelle Saison überleben.“

Wenn die Pupille schließen müsste, wäre das für die Kinolandschaft ein herber Einschnitt. Burk: „Wir füllen mit unseren Filmen eine Lücke, die sonst keiner mehr bedient.“

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