Wasser-Wahnsinn: Wer abdreht, spart nicht!

Region Rhein-Main - Der kaufmännische Betriebsleiter des Zweckverbandes, Reinhard Eder, erklärt: "80 Prozent unserer Kosten sind Fixkosten." Heißt: Sie fallen immer an, ob der Verbraucher viel oder wenig verbraucht.

Eder weiter: "Dazu kommen noch die permanenten Sanierungen am Kanalnetz." Zwar sei der Grundpreis jetzt gestiegen, er liegt aber im Vergleich zu Anbietern in Ostdeutschland noch im unteren Bereich. Eder: "Die zahlen schon weit mehr als zehn Euro."

Ähnlich sieht`s Hans-Jürgen Leist von der Forschungsstelle Recht, Ökonomie und Umwelt der Uni Hannover in einem Fernsehbeitrag für das ARD-Magazin Plusminus: "Die Preise spiegeln mit ihrer sehr hohen Verbrauchskomponente und dem nur sehr geringen Grundpreis nicht die tatsächlichen Kostenstruktur mit hohen Fixkosten und niedrigen variablen Kosten wieder. So werden Kunden mit hohem Wasserverbrauch wie kinderreiche Familien benachteiligt und die Verbraucher generell zu problematischen Wassersparen angeregt." Leist fordert daher ein Gebührenmodell mit hohem Grundpreis und einem niedrigen Verbrauchspreis.

Dem dürfte Eder zustimmen. Denn er hat ein weiteres Problem. Durch ungenügende Spülungen auf Grund des sinkenden Verbrauchs gehen die Abwässerkanäle viel schneller kaputt. Daher: Mehr Wasserverbrauch ist besser für die Kanäle und hilft, Preissteigerungen in Folge von teuren Sanierungen zu vermeiden. Fakt ist: Seit 1990 ist der Pro-Kopf-Verbrauch der Privathaushalte von 147 auf 125 Liter am Tag gesunken.

Für Walter Stock kaum nachvollziehbar. Trotzdem will er weiterhin sparsam mit dem Wasser umgehen. Er habe sich extra eine neue Toilettenspülung eingebaut, um eigentlich Kosten zu sparen. Seinen Verbrauch will er konstant halten. Stock: "Dann kommen wenigstens auf diesem Weg keine zusätzlichen Kosten auf mich zu. Den steigenden Grundpreis kann ich sowieso nicht verhindern."

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare