Warum Langschläfer Wecker wegwerfen

Günther Woog richtet sein Leben nach seiner inneren Uhr.F.: nh

Rhein-Main - Dreieich – Mit verquollenen Augen quält sich Marga Müller aus dem Bett. Der Wecker klingelt immer lauter. Der Tag hat erst angefangen und schon fühlt sich Müller ausgelaugt. So wie ihr geht es vielen Deutschen – besonders jetzt, wenn die Tage kürzer und dunkler werden. In Dreieich hat ein Verein dem zwanghaften Frühaufstehen den Kampf angesagt. „Delta t“ fordert: „Alle, die es möchten, sollen ausschlafen.“ Von Jennifer Dreher

Vereinsgründer Günter Wog ist grundsätzlich erst ab zwölf Uhr mittags erreichbar. Vorher schläft er. Seit 1993 kämpft er dafür, dass jeder seiner inneren Uhr entsprechend leben darf, und die tickt nicht bei allen gleich. Der Grafiker arbeitet häufig bis in die frühen Morgenstunden. Als Selbstständiger ist das kein Problem.

Er verrät zehn Gründe, warum es besser ist, auszuschlafen:

1. Ausschlafen macht richtig gute Laune, schon allein, weil man es sich leisten kann.

2. Schlafabbruch durch Wecken bedeutet Schlafentzug, kommt also einer Selbstfolterung gleich.

3. Im Schlaf repariert sich der Körper. Keiner würde im Ernst seinen Wagen aus der Werkstatt fahren, wenn die Schrauben noch locker sind.

4. Schlaf ist wichtig fürs Lernen. Wer ausreichend schläft, lernt leichter, weiß mehr und muss weniger schuften.

5. Ausgeschlafene verursachen weniger Unfälle. Die Tagesschläfrigkeit der Frühaufsteher ist ein Hauptgrund für Verkehrsunfälle.

6. Wer länger schläft, umgeht den Berufsverkehr und hat weniger Stress.

7. Ausschlafen stärkt das gesamte Immunsystem. Grippeviren und ähnliche Angreifer haben damit schlechtere Karten.

8. Zu wenig Schlaf macht dick. Das ist nicht nur schlecht für die Gelenke.

9. Zu wenig Schlaf macht dumm. Und das kann keiner ernsthaft wollen.

10. Ausschlafen heißt nicht, dass einem die Zeit fehlt, um alle täglichen Dinge zu erledigen.

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