Warum Dortelweil nicht Frankfurt ist

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Das beschauliche Dortelweil könnte heute auch Teil Frankfurts sein.

Frankfurt – Acht Dorfgemeinden gehörten 1866 zur Stadt Frankfurt. Der größte Teil davon wurde vor 100 Jahren eingemeindet. Nur ein idyllisches Dorf namens Dortelweil wollte nicht dazugehören und ist 1972 ein Teil Bad Vilbels geworden. Von Jennifer Dreher

„Wäre Dortelweil ein Stadtteil Frankfurts geworden, hätte auch die Infrastruktur an Frankfurt angeschlossen werden müssen“, sagt Klaus Rheinfurth vom Frankfurter Institut für Stadtgeschichte. Allein der Anschluss an den Nahverkehr hätte viel Geld gekostet.

Dabei hat Dortelweil eine Verbindung zu Frankfurt, die lange zurückreicht. Der Ort wurde um 1292 der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main zugesprochen und gehörte danach fast 600 Jahre lang als eine von acht Landgemeinden zu deren Territorium. Die Bewohner Dortelweils waren Leibeigene des Frankfurter Rats und zu Frondiensten verpflichtet. Davon wurde sie erst 1818 befreit. 1972 wurde die Gemeinde nach Bad Vilbel eingemeindet. Ur-Dortelweiler und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dortelweiler Vereine Theo Waltz sieht darin nur Vorteile. „Dortelweil hat sich prächtig entwickelt“, berichtet er. Zirka 6.000 Menschen leben heute in Dortelweil. Eine Diskussion darüber, ein Teil Frankfurts zu werden, gab es nicht. „Das war nie ein Thema“, sagt Waltz.

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