Ein Behinderten-Parkplatz, der keiner sein darf

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Der Behindertenparkplatz des Anstoßes

Frankfurt – Monatelang schlug sich Berta Raab mit den Behörden herum. Grund: Ein unrechtmäßiger Behindertenparkplatz vor ihrer Wohnung. Nach Einschalten des EXTRA TIPPs löste sich das Problem nur innerhalb eines Tages. Von Max Rempel

Seit 40 Jahren wohnt Berta Raab bereits in der Wegscheidestraße. Aber so aufgeregt hat sie sich noch nie. Sie fühlte sich betrogen und nicht ernst genommen. Der Anlass: Vor rund vier Monaten wurde vor ihrer Wohnung ein persönlicher Behindertenparkplatz für einen Nachbarn eingerichtet. Damit hat sie an sich auch keine Probleme. Aber der Nachbar verfügt über einen eigenen Tiefgaragenplatz und dürfte keinen persönlichen Behindertenparkplatz bekommen. So muss Raab, die selbst einen Schwerbehindertenausweis hat, ihre Einkäufe über längere Strecken tragen.

Raab wartete Wochen lang auf Antwort

Berta Raab

Deshalb rief die rüstige Rentnerin beim Straßenverkehrsamt an – mehrfach. Aber die Mühlen der Behörden mahlen oftmals langsam. Für solche Fälle gibt es das Römertelefon, wo Beschwerden der Bürger aufgenommen und an die Zuständigen weitergeleitet werden. Diese müssen innerhalb von zehn Tagen eine Antwort geben.
Aber nach monatelangem Warten war der Parkplatz immer noch da. Daraufhin wandte sich Raab verärgert an den EXTRA TIPP. „Mir wurde bereits vor fünf Wochen mitgeteilt, dass der Parkplatz wegkommt“, sagt sie. Der Leiter des Straßenverkehrsamtes, Ulrich Schöttler, räumt ein: „Um eine Parkerleichterung für Schwerbehinderte zu bekommen, muss der Betroffene einen Antrag stellen, in dem angekreuzt werden muss, dass kein privater Abstellplatz zur Verfügung steht.“ Wenn es Beschwerden gibt, schauen sich die Mitarbeiter des Verkehrsamtes vor Ort um. Danach wird schriftlich beim Parkplatzbesitzer nachgefragt, ob ein solcher Stellplatz verfügbar ist.

Der Parkplatz ist wieder frei für alle

Im diesem speziellen Fall habe der Betroffene zunächst nicht geantwortet, so Schöttler. Erst am Telefon verriet er, dass er einen Tiefgaragenplatz habe. Der persönliche Behindertenparkplatz muss damit entfernt werden, wie Schöttler mitteilt. Das geschah noch am selben Tag. „Der Parkplatz ist weg“, freut sie sich. Damit hatte sie nicht mehr gerechnet. Raab: „Danke EXTRA TIPP!“

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