Ran an die Wand! Mädels machen‘s selbst

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Kerstin Johner-Eck kriegt letzte Anweisungen von Bauhaus-Mitarbeiter Jan Kaltwasser, danach geht's ans Werk.

Frankfurt – Im Fernsehen sieht das immer so einfach aus, wenn Tine Wittler bei ihrem „Einsatz in vier Wänden“ durchs Haus wirbelt. Hier ein Zimmer tapeziert, da schnell Fliesen verlegt. Dann noch ein bisschen gedübelt, gesägt, gebohrt und fertig ist der Lack. Von Mareike Palmy

Was die TV-Frau kann, können Frankfurter Frauen schon längst. Manchmal braucht es nur einen konkreten Auslöser, um die handwerklichen Fähigkeiten zu erwecken. Wie die alte Wand im Haus von Ann-Britt Classon, die unbedingt eine neue Tapete braucht. Nun fehlte nur noch das nötige Know-how.

Handwerker-Workshops nur für Ladies

Das bekommt sie etwa bei den kostenlosen Kursen speziell für Frauen der Baumarkt-Kette Bauhaus. Neben kreativer Wandgestaltung oder einfaches Tapezieren und Streichen, wird der Damenwelt auch gezeigt, wie Laminat und Fliesen verlegt werden.

Die Frau im Haus ersetzt den Zimmermann! Bauhaus-Mitarbeiterin Stefanie Spöck weiß, wie die Wandgestaltung klappt!

„Selbst ist die Frau“, findet auch Ann-Britt Classon, die sich auch gleich noch für den Bohr&Dübel-Kurs angemeldet hat. Neben sieben weiteren Frauen im Bauhaus-Workshop, die sich trauen auch mal den Hammer zu schwingen und den Kleister zu rühren, lässt sich die Schwedin innerhalb von zwei Stunden zur professionellen Tapeziermeisterin schulen.

„Normalerweise sind Frauen nur zum Auswählen mit dabei“, weiß Bauhaus-Mitarbeiterin Stefanie Spöck, die den Tapezierschülerinnen die richtige Wandgestaltung nahe bringt, „jetzt werden sie aber selbst aktiv und wollen Handwerkern. Wir haben mittlerweile viele weibliche Kunden“, so die 26-Jährige. Kerstin Johner-Eck, die sich gerade an einer Vliestapete versucht, stimmt ihr zu: „Frauen sollten sich ausprobieren. Meine Mutter hat allein das Haus tapeziert. Manche Kinder lernen Plätzchen backen, ich dagegen hab beim Tapezieren zugeguckt, jetzt will ich‘s selbst machen“, sagt die 34-Jährige.

Wir packen's an: Was Mann kann, kann Frau auch!

Nach der Einführung und Vorstellung der wichtigsten Tapezier-Utensilien wie Cuttermesser, Rolle und Bürste geht die Fragerei auch schon los: Was ist das für ein Symbol auf der Tapetenrolle? Wieviele Rollen brauche ich für mein Wohnzimmer? Wieviel Kleister kommt auf wieviel Wasser?

Fragen über Fragen, die Stefanie Spöck und ihr Kollege Jan Kaltwasser geduldig beantworten. Neben der professionellen Anleitung gibt‘s auch gleich noch Tipps mit auf den Weg: „Immer in einer Ecke anfangen“, rät Jan Kaltwasser den Tapezierneulingen. Und schon sind alle am werkeln. Neugierige Blicke der anderen Baumarktbesucher und Machosprüche stören dabei überhaupt nicht.

„Von der Mitte nach außen, damit der Kleister sich verteilt“, erklärt Stefanie Spöck noch Ann-Britt Classon, aber die bürstet schon fachmännisch die Falten aus dem Papier. „Und immer mit Gefühl“, rät Stefanie Spöck den Tapezierern, „aber das haben Frauen ja!"

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